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aus dem Eventrecht

Studie: Praktikanten werden ausgebeutet

Von Thomas Waetke 4. Mai 2011

Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung mit dem Titel „Generation Praktikum 2011“ (hier) offenbart, was man ahnte oder wusste: Vielfach werden Praktikanten als billige oder gar unbezahlte Arbeitskräfte ausgebeutet.

Damit sind nicht (nur) die Praktikanten gemeint, die im Rahmen ihrer Ausbildung ein Praktikum absolvieren müssen, sondern vornehmlich auch solche, die nach der fertigen Ausbildung keinen Job bekommen und sich dann als Praktikant verdingen.

Die Studie hat bei den bezahlten Praktika einen Schnitt von 3,77 Euro brutto pro Stunde errechnet. Sie hat auch festgestellt, dass die Anzahl der unbezahlten Praktika in den Branchen Kunst & Kultur am höchsten ist.

Tatsächlich sind billige oder gar kostenlose Arbeitskräfte gerne gesehen. Natürlich gibt es auch „glückliche“ Fälle, bei denen ein kostenloses Praktikum in einer Festanstellung endet. Oftmals aber werden die Praktikanten lediglich ausgebeutet und danach wieder auf die Straße gesetzt.

Diesem Treiben hat vor einer Weile das Bundesarbeitsgericht (BAG) einen gewissen Riegel vorgeschoben: Wer…

  • die selbe Tätigkeit als Praktikant verrichtet wie die festangestellten Kollegen und
  • wenn das Praktikum auch nicht dazu dient, angelernt zu werden,…

dann hat der Praktikant einen Anspruch auf denselben Lohn wie die Festangestellten!

Denn: Sinn & Zweck eines Praktikums sei es, dass der Praktikant im Betrieb herumschnuppern, verschiedene Stationen kennenlernen kann und etwas beigebracht bekommt. Fehlt es daran, dann liegt ein Rechtsmissbrauch nahe – der kann dann dazu führen, dass der Praktikant den normalen Lohn fordern kann (auch rückwirkend).

Übrigens: Auch der Praktikant hat Anspruch auf Urlaub usw., er hat letztlich dieselben Rechte wie ein normaler Arbeitnehmer.