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aus dem Eventrecht

Studentenparty wird aufgelöst

Von Thomas Waetke 13. Oktober 2011

Eine Studentenparty an der Medizinischen Hochschule Hannover mit ca. 1.500 Besuchern wurde am Mittwochabend durch die Polizei früher beendet als geplant. Kurz vor Mitternacht wurde die Polizei alarmiert, die mit 20 Streifenwagenbesatzungen vor Ort eilte.

Im Eingangsbereich der Veranstaltung soll es zu einem dichten Gedränge der ca. 250 wartenden Besucher gekommen sein, Zeugenangaben zufolge sollen einige Besucher ohnmächtig geworden sein. Nachdem die Polizei im Außenbereich die Lage unter Kontrolle gebracht hatte, brach der Veranstalter schließlich die Veranstaltung vorzeitig ab, obwohl die Besucher im Innenbereich nicht gefährdet gewesen sein sollen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Jedenfalls der Veranstalter ist gehalten, im Rahmen seines Sicherheitskonzepts auch den Eingangsbereich einer sorgfältigen Planung und Organisation zu unterziehen. Das Problem dabei liegt auf der Hand: Wo hört der Eingangsbereich auf? Geht er bspw. bis zur nächsten Straße, zum nächsten Bordstein usw.?

Es ist nicht das erste Mal, dass es im Eingangsbereich einer Versammlungsstätte zu Problemen kommt. Das wohl für Deutschland prominenteste Beispiel ist das Unglück auf der Loveparade 2010 in Duisburg.

  • 400 Tote und 750 Verletzte in Phnom Penh / Kambodscha, 2010:

Panik auf schmaler Brücke, die auf das Veranstaltungsgelände des traditionellen Wasserfestes geführt hat.

  • 21 Tote und 511 Verletzte in Duisburg / Deutschland, 2010:

Panik auf der Loveparade auf verstopften Wegen zum Veranstaltungsgelände, da alle Besucher durch einen Tunnel geschleust werden.

  • 2 Tote und 30 Verletzte in Bouake / Elfenbeinküste, 2010:

Beim Konzert eines bekannten Reggae-Künstlers stürmen Besucher durch den Einlass, als er mit seiner Show beginnt. Im Zuschauerraum kommt es deswegen zu einer Panik.

  • Mehrere Dutzend Verletzte in Shanghai / China, 2010:

Zwischen wartenden Besuchern eines Konzerts kommt es zu einem Gedrängel und Gerangel. Als die Polizei eingreifen will, gehen Besucher auf die Polizisten los.

  • 4 Tote und 8 Verletzte in Jekaterinenburg / Russland, 2009:

Gedränge, ausgelöst durch die Ansage des Veranstalters, dass diejenigen keinen Eintritt würden zahlen müssen, die binnen 30 Minuten drin seien.

  • 20 Verletzte in Zürich / Schweiz, 2009:

Gedränge vor Diskothek bringt Geländer zum Umstürzen, weshalb Besucher knapp 2 Meter tief in einen angrenzenden Graben fallen.

  • Mehrere Verletzte in Tübingen / Deutschland, 2008:

Neueröffnung einer Versammlungsstätte führt zu unerwartet großem Andrang; im Gedränge kommt es zu Verletzungen.

  • 30 Verletzte in Buenos Aires / Argentinien, 2006:

Ausschreitungen vor einem Rolling Stones-Konzert, als Besucher ohne Ticket versuchen, in das Stadion zu gelangen.

  • 11 Tote und 72 Verletzte in Sanju / Südkorea, 2005:

Vor dem Einlass für ein Konzert kommt es zu einem starken Gedränge der Wartenden.

  • 2 Tote in Ljubljana / Slowenien, 2005:

Der Veranstalter einer Weihnachtsparty verspricht seinen Besuchern freien Eintritt bis 22 Uhr und Alkohol für 1 Euro. Kurz vor 22 Uhr drängen hunderte Partywillige in den Eingangsbereich.

  • 15 Tote in Cotonou / Benin, 2003:

Gedränge bei einem Popkonzert vor der Bühne und im Eingangsbereich.

  • 37 Tote und 15 Verletzte in Peking / China, 2002:

Panik auf einer Brücke, die zum einem Veranstaltungsgelände führt.

  • 10 Verletzte in Yokohoma / Japan, 2002:

Bei einer Shopping-Mall-Eröffnung werden den Besuchern Überraschungsgeschenke versprochen. Tausende Menschen warten vor der Mall, als die Türen geöffnet werden, drängt die Menschenmasse unkontrolliert nach vorne.

  • 9 Tote und 110 Verletzte in Akashi / Japan, 2001:

Auf einer Fußgängerbrücke zum Veranstaltungsgelände kommt es zu einem Gedränge.

  • 7 Tote und 20 Verletzte in Sofia / Bulgarien, 2001:

Nachdem Besucher auf einer vereisten Eingangstreppe vor einer Diskothek ausrutschten, kommt es zu einer Panik.

  • 16 Tote in Kwangju / Südkorea, 1965:

Am Eingangsbereich eines Fußballstadions kommt es zu einem Gedränge.