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aus dem Eventrecht

Stinkbombe auf Veranstaltung gezündet

Von Thomas Waetke 28. August 2011

Auf einer Veranstaltung in einem Flugzeughangar in Königsdorf (Bayern) hat ein betrunkener Besucher eine Stinkbombe gezündet. 800 Besucher wurden evakuiert, verletzt wurde niemand.

Mitarbeiter des Ordnungsdienstes konnten den Täter festnehmen und der Polizei übergeben. Nach einem Durchlüften konnte die Veranstaltung fortgesetzt werden.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Der Täter wird sich strafrechtlich und zivilrechtlich verantworten müssen.

Dabei muss zunächst untersucht werden, was genau der Täter gezündet hatte. In manchen Pressemedien war von einer Rauchbombe die Rede, Festbesucher sprachen allerdings von einer Stinkbombe.

In Frage kommen könnten kommen:

  • Straftaten im Bereich der versuchten Körperverletzung oder
  • Straftaten im Bereich der Brandstiftung (siehe ab § 306 StGB) und aus dem Bereich des Sprengstoffgesetzes (siehe ab § 40 SprengG) sowie
  • Ordnungswidrigkeiten (z.B. § 118 OwiG).

Zivilrechtlich können ggf. verletzte Besucher Schmerzensgeld und Schadenersatz verlangen.

Ebenso könnte sich der Veranstalter wegen entgangenen Gewinns bzw. Schadenersatzes an ihn halten.

Tatsächlich durften die Security den Täter festhalten: Jedermann darf eine Person, die einer Straftat verdächtig ist, vorübergehend festhalten (siehe § 127 Strafprozessordnung). Jedoch darf nur die Polizei den Personalausweis abnehmen bzw. Personalien feststellen, sofern der Täter diese nicht freiwillig bekannt gibt.

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Festnahmerecht des Gastwirts.