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Sportfest: 18 Kinder kollabieren durch Hitze

Sportfest: 18 Kinder kollabieren durch Hitze

Von Thomas Waetke 14. Juni 2015

Auf einem Sportfest einer Schule in Leverkusen am Freitag kollabierten vormittags kurz vor 11 Uhr bei einem 750-Meter-Lauf mehrere Schüler kollabierten. Rettungskräfte versorgten 18 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 12 bis 15 Jahren, 9 Kinder wurden in eine Klinik gebracht. Die Polizei ermittelt nun wegen Unterlassung oder Verletzung der Fürsorgepflicht.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Bei Sportveranstaltungen trägt der Veranstalter ebenfalls die Verkehrssicherungspflicht für seine Teilnehmer, im Schulsport bzw. teilweise auch im Vereinssport kommt die Obhutspflicht der Schule bzw. der Lehrerinnen und Lehrer dazu.

Dabei kommt es insbesondere auf die Teilnehmergruppe an: Handelt es sich um Kinder oder um Erwachsene? Handelt es sich um erfahrene Sportlerinnen und Sportler, oder um eine Freizeitsport-Veranstaltung? Sind die Gefahren erkennbar?

Für Erwachsene bspw. ist das Risiko „Hitze“ eher erkennbar als für ein Kind, das noch dazu sicherlich eher dem Ehrgeiz und dem Gruppenzwang der Schulklasse unterliegt.

Nach einem Unfall bei einem Laufwettbewerb auf die Zugspitze mit 2 Toten, die durch Kälte gestorben sind, hatte das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen seinerzeit den Veranstalter von dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen: Es war ausreichend, dass der Veranstalter die Teilnehmer informiert und ihnen geeignete Kleidung empfohlen habe. Er habe aber nicht kontrollieren müssen, ob die Läufer dann auch tatsächlich geeignete Kleidung tragen.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Zwei Sanitätsfahrzeuge hintereinander: © Tobias Arhelger - Fotolia.com