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aus dem Eventrecht

Späte Rache mit Rauchbomben

Von Thomas Waetke 3. September 2012

Zwei junge Männer schleuderten in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwei Rauchbomben in den Eingangsbereich einer Diskothek, bei der sie vor wenigen Wochen abgewiesen wurden. Passanten und Türsteher konnten die beiden Täter festhalten, sie konnten von der Polizei festgenommen werden. Eine Person wurde durch die Rauchbomben verletzt.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Grundsätzlich darf nur die Polizei eine Person festhalten, ansonsten wäre das eine Freiheitsberaubung oder Nötigung.

In Ausnahmefällen darf aber auch eine Privatperson das so genannte Festnahmerecht ausüben (§ 127 Strafprozessordnung): Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterliche Anordnung vorläufig festzunehmen.

Um die Festnahme durchzusetzen, darf der Festgehaltene allerdings nicht zusammengeknüppelt oder sonst misshandelt werden. Ähnlich wie bei der Notwehr bzw. Nothilfe muss die Maßnahme verhältnismäßig sein. Wer Rauchbomben wirft, muss damit rechnen, etwas gröber angefasst zu werden als der Dieb, der einen Kaugummi gestohlen hat.