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Sicherheitskonzept: Was gehört hinein?

Sicherheitskonzept: Was gehört hinein?

Von Thomas Waetke 14. September 2016

Sicherheitskonzept für Veranstaltungen: Das ist kein aktuelles Modewort, und doch gibt es viel Unsicherheit. Was gehört in ein Sicherheitskonzept und wann muss man es erstellen? Das ist eine (eigentlich sind es ja zwei) mir oft gestellte Frage.

Tatsächlich ist es so, dass es beim „Sicherheitskonzept“ kreuz und quer geht. Jeder redet mit, ich eingeschlossen, aber nicht jeder hat Ahnung davon, ich ausgeschlossen :-)

In vielen Sicherheitskonzepten liest man: Wieviele Besucher dürfen hinein? Wieviele Rettungswege brauchen wir?

An diesen beiden Fragen möchte ich meine folgenden Überlegungen „aufhängen“.

Wer definiert, dass in ein „Sicherheitskonzept“ hineingehöre, wieviele Besucher erlaubt und Rettungswege notwendig seien, übersieht folgendes:

Das „Sicherheitskonzept“ wird vielfach nicht immer gefordert. Letztlich gibt es nur in der MVStättVO die Forderung: Erfordert es die Art der Veranstaltung oder hat die Location mehr als 5.000 Besucherplätze (§ 43 Abs. 1 und 2 MVStättVO – hier besteht aber das Erfordernis für den Betreiber der Versammlungsstätte, nicht für den Veranstalter!)? Ein weiteres Erfordernis kann sich aus einer behördlichen Auflage ergeben.

Was macht man wann?

Nur: Bedeutet das im Umkehrschluss, dass derjenige, für dessen Veranstaltung kein Sicherheitskonzept gefordert ist, sich keine Gedanken über Besucherzahl und Rettungswege machen müsste? Sicherlich nicht.

Das heißt: Entweder braucht jede Veranstaltung ein Sicherheitskonzept (und sei es im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht) oder Bestandteil eines Sicherheitskonzepts kann nicht die Frage der Besucherzahl und Rettungswege sein (hier gibt es noch viele andere Beispiele).

Tatsächlich ist es doch so, dass der Veranstalter schon im Rahmen seiner Konzeptionierung bestimmte Grundlagen prüfen muss. Etwas bizarr – wenn auch leider üblich – ist, wenn die Veranstaltungsplanung schon in vollen Zügen ist, aber erst später das Sicherheitskonzept erstellt und dabei geprüft wird, wieviele Besucher eigentlich in die Versammlungsstätte dürfen… denn dann passiert das, was oft passiert: Stellt man fest, dass Konzept und Sicherheitsbelange nicht 100% zueinander passen, wird meistens nicht das Konzept geändert, sondern die Sicherheitsbelange werden einfach heruntergeschraubt = passend gemacht.

Micky Mouse oder Donald Duck?

Letztlich mag egal sein, wie man was bezeichnet – maßgeblich ist, was drin steckt.

Wer als Teil des Sicherheitskonzepts ansieht, dass dort auch Besucherzahlberechnung und Rettungswegberecmhnung enthalten ist, der darf zumindest nicht zeitgleich einschränken, dass „das“ Sicherheitskonzept nur in bestimmten Fällen zu erstellen wäre. Denn dann suggeriert man, dass Veranstaltungen sich nicht um solche Fragen kümmern müssten, nur weil sie kein Sicherheitskonzept „brauchen“.

Daher ist die Frage für die Veranstaltungspraxis durchaus relevant, und Anlasse genug für mich, diesen Beitrag alsbald fortzusetzen :-)

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  • Männchen sitzt auf Fragezeichen: © Orlando Florin Rosu - Fotolia.com