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aus dem Eventrecht
„Sex sells“ bald ausverkauft?

„Sex sells“ bald ausverkauft?

Von Thomas Waetke 12. April 2016

Bundesjustizminister Maas plant eine Änderung des Wettbewerbsrechts: Im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) soll  sexualisierte Werbung verboten werden.

Die Idee ist ja grundsätzlich gut, nur: Wann Werbung sexualisiert bzw. Männer oder Frauen lediglich auf ein Sexobjekt reduziert werden, bliebe richtigerweise Auslegungssache für die Gerichte. Damit geht aber ein immenses Risiko für den Werbetreibenden einher, da es viele Jahre dauern wird, bis sich eine Tendenz quer durch die Gerichte abzeichnet und man es vielleicht leichter hat, Risiken abzuschätzen. Im Wettbewerbsrecht gibt es heute viele Beispiele für eine uneinheitliche Rechtsprechung: Es wird immer wichtiger für den Anwalt, die Meinung einzelner Gerichte, gar Richter, zu kennen, um das Risiko seines Mandanten abschätzen zu können.

Sex sells ist vorbei?

Ist bspw. eine Werbung einer Diskothek oder für eine Schaumparty sexualisiert, wenn auf dem Plakat eine Frau, ggf. nur im Bikini, gezeigt wird?

„Sex sells“ birgt für die Werbung dann gewaltigen juristischen Sprengstoff mit hohen finanziellen Risiken: Wenn der Veranstalter 4 Wochen vor der Veranstaltung Plakate verteilt, direkt am 2. Tag eine Abmahnung kassiert, muss er die Plakate schnell wieder einsammeln; damit fehlt ihm dann aber die Werbung für seine Veranstaltung.

Wir sind mal auf den Gesetzentwurf und die geplante Formulierung der neuen Vorschrift gespannt. Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass sich die Union aber wohl gegen das Gesetzesvorhaben ausgesprochen hat. Schauen wir mal, wie es weitergeht.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Verkehrsampel Signalfarbe Rot: © kamasings - Fotolia.com