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aus dem Eventrecht

Schwere Verbrennungen nach Feuershow

Von Thomas Waetke 7. September 2010

In einem Augsburger Club ist es zu einem schweren Unfall gekommen: Ein Barkeeper hatte Hochprozentiges auf die Bar gegossen, angezündet und eine Besucherin animiert, dabei zu tanzen. Die Besucherin stolperte und fing nach Augenzeugenberichten fast Feuer. Als der Barkeeper weiteren Alkohol nachgoss, kam es zu einer Explosion, bei der eine Besucherin schwere Verbrennungen im Gesicht erlitt.

Nach Angaben der Augsburger Allgemeinen soll der Sprecher der Clubkette gesagt haben, dass es ein klares Verbot solcher Feuerspiele gebe, er aber zugleich ein- räumte, dass es in der Vergangenheit „wohl Verstöße“ gegeben habe.

Die Polizei ermittelt nun gegen den Betreiber und Mitarbeiter.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Das Spiel mit dem Feuer wird vermutlich für den einen oder anderen Verantwortlichen sehr heiß werden. Der Veranstalter muss alles Zumutbare und Erforderliche tun, um Schaden von seinen Besuchern abzuwenden. Soweit es – wie vermutet werden kann – keine professionellen Vorrichtungen für das Feuerspiel und bspw. Sicherheits- abstand für die Besucher gibt, kann man sicher sagen, dass nicht das Erforderliche getan wurde. Erschwerend könnte ggf. hier hinzukommen, dass es wohl ein Verbot dieser Feuerspiele gab und die Unternehmensleitung möglicherweise von Verstößen wusste, ohne hiergegen massiv vorzugehen. Insoweit könnte sie eine gewisse Verantwortung treffen, zumal sie für das Handeln ihrer Mitarbeiter (mit-)verantwortlich gemacht werden kann.

Auch gegen den Barkeeper wird als Täter ermittelt, und zwar wegen (mindestens) fahrlässiger Körperverletzung (§ 229 Strafgesetzbuch). Fahrlässig im strafrechtlichen Sinne handelt, wer eine objektive Pflichtwidrigkeit begeht, die er nach seinen eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten vorhersehen und vermeiden konnte.

Im Gegensatz dazu ist die Fahrlässigkeit im Zivilrecht (hier geht es dann um Schadenersatz und Schmerzensgeld) weiter gefasst: Zivilrechtlich fahrlässig handelt, wer die objektiv erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt (siehe § 276 Absatz 2 BGB).