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aus dem Eventrecht

Schwer Verletzte nach Explosion auf Privatparty

Von Thomas Waetke 28. Oktober 2012

Bei einer privaten Party in Recklinghausen (NRW) sind am Samstag 13 Personen teilweise schwer verletzt worden, als der Gastgeber die gasbetriebene Heizung in einer Gartenlaube abstellen wollte und dabei eine Gasflasche explodierte. Eine Person wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Auf einer privaten Party treffen den Veranstalter ebenfalls die so genannten Verkehrssicherungspflichten. D.h. auch auf einer Privatparty kann der Veranstalter nicht einfach tun und lassen, was er will. Werden Besucher verletzt, können sie auch den Privatveranstalter in Anspruch nehmen.

Dies gilt insbesondere für solche Gefahren, die für den Privatveranstalter erkennbar und beherrschbar sind. So hatte einmal das Oberlandesgericht Oldenburg einen Privatveranstalter zum Schadenersatz verurteilt, da er vor der Party eine auf einen Dachboden führende Leiter nicht entfernt hatte, obwohl er wusste, dass der Dachboden durchbruchgefährdet war.

By the way: Es wäre falsch zu sagen, dass „mein Kumpel“ mich niemals verklagen würde; oftmals wird der Privatveranstalter nämlich von dem Versicherer des verletzten Kumpels verklagt, da der Versicherer den Schaden beim Kumpel bezahlt und sich das Geld natürlich vom Verantwortlichen wieder holt.

Grundsätzlich mögen die Anforderungen an den Privatveranstalter mit Blick auf die Sicherheit etwas geringer sein als beim kommerziellen Veranstalter. Ein Partygast, der auf eine private Geburtstagsfeier geht, erwartet weniger hohe Sicherheitsstandards als beim Besuch einer kommerziellen Veranstaltung. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Verkehrssicherungspflicht bei „kleinen“ Vereinsfesten.

Übrigens:

Eine Privatparty ist nicht deshalb im rechtlichen Sinne privat, weil es eine „geschlossene“ Veranstaltung ist. Maßgeblich ist auch, ob die Besucher untereinander oder zum Veranstalter „innerlich“ verbunden sind. Somit kann auch eine „geschlossene“ Veranstaltung öffentlich sein, wenn sich die Teilnehmer gar nicht kennen und es auch keine innerliche Verbundenheit zum Veranstalter gibt (z.B. bei Fortbildungsseminaren).