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aus dem Eventrecht

Schweiz: Explosion auf Almhütte

Von Thomas Waetke 24. Februar 2014

Bei der Explosion einer Gasflasche auf einer abgelegenen Almhütte im Fextal (Schweiz) wurde der Wirt schwer verletzt, die Hütte brannte komplett ab. 40 auf der Terrasse sitzende Gäste blieben unverletzt. Der Verletzte und seine Familie wurden mit dem Rettungshubschrauber ins Tal geflogen, die Gäste traten den Rückweg zu Fuß an. 30 Rettungskräfte waren im Einsatz. Allgemein betrachtet: Welche Auswirkungen hat eine exklusive Veranstaltungsstätte auf die Verantwortung des Veranstalters?

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Man darf anhand dieses Vorfalls allgemein für eine Veranstaltung in Erinnerung rufen: Je weniger eine Veranstaltungsstätte für Rettungskräfte ohne Weiteres erreichbar ist, desto

  • mehr spricht dafür, Rettungskräfte bzw. Rettungsmaterial bereits vor Ort vorzuhalten,
  • mehr muss der Verantwortliche für die Sicherheit seiner Besucher unternehmen,
  • weniger Risiken darf er selbst schaffen (z.B. Einsatz von Pyrotechnik),
  • mehr Maßnahmen sind für eine schnelle Rettung bzw. für eine möglichst schnelle Erreichbarkeit vorzubereiten.

Je exklusiver und exotischer die Veranstaltungsstätte bzw. die Veranstaltung ist, umso mehr erhöhen sich also die Anforderungen an die Verkehrssicherungspflichten des Veranstalters.

Umgekehrt wird auch ein Besucher einer solchen Veranstaltungsstätte bzw. Veranstaltung wissen, dass es aufgrund der Besonderheiten Unwägbarkeiten auch für den Veranstalter gibt, was wiederum das Eigenrisiko des Besuchers erhöht. Oftmals aber weiß der Besucher genau das aber nicht bzw. kann es sich nicht denken: Er kennt die Location nicht, er kennt das Umfeld nicht oder den geplanten Veranstaltungsablauf. Also wird er „unbedarfter“ die Veranstaltung besuchen und ist damit wieder umso schutzwürdiger als Besucher, denen sich die grundlegende Gefährlichkeit aufdrängt.