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Schweiz: Angriff auf Festbesucher

Schweiz: Angriff auf Festbesucher

Von Thomas Waetke 2. Juni 2013

Eine Gruppe unbekannter Männer hat am Samstag Abend Besucher eines Festes vor der Stadthalle in Dietikon (Schweiz) angegriffen und dabei 9 Personen verletzt. Die Polizei musste mit starken Kräften und Polizeihunden eingreifen, die Schlägereien setzten sich teilweise auch in der Innenstadt fort.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Oft stellt sich die Frage, ob sich ein Veranstalter im Rahmen seines Sicherheitskonzeptes gegen Angriffe von Unbekannten wappnen muss.

Grundsätzlich muss der Veranstalter das Erforderliche und Zumutbare unternehmen, um Sicherheit zu gewährleisten. Solange es also keine Anhaltspunkte für einen Angriff gibt (Drohungen, gefährdete prominente Gäste usw.) sind Maßnahmen nicht zwingend vorzusehen. Wie auch? Wie die Beispiele unten zeigen, würden Maßnahmen gegen Angriffe von schwer bewaffneten Gewalttätern nicht mehr zumutbar; dies gehört damit zum Rest- bzw. Lebensrisiko des Besuchers. Allenfalls sollte das Sicherheitskonzept, wie auch bei anderen Ereignissen, zumindest reaktive Maßnahmen vorsehen (Alarmierung, Rettung, Evakuierung).

Angriffe auf Veranstaltungen kommen immer wieder vor, z.B.:

  • 1 Tote und 11 Verletzte in Miass, Russland, 2010:

Etwa 40 offenbar rechtsradikale Jugendlich dringen bewaffnet in das Gelände eines Rock-Festivals ein, auf dem sich zu dieser Zeit etwa 3.000 Besucher befinden.

  • 1 Toter und 7 Verletzte in Hoek van Holland / Niederlande, 2009:

Hooligans greifen eine Strandparty mit 20.000 Besuchern an.

  • 23 Verletzte in Athen / Griechenland, 2007:

Beim Auftritt der britischen DJ´s Underworld stürmen 30 Anarchisten bewaffnet mit Baseball-Schlägern und CS-Gas das VIP-Zelt des Ejekt Festival; auch einer der Künstler wird verletzt. Der gerade stattfindende Auftritt der Beastie Boys wird abgebrochen, das Stadion evakuiert.

  • 15 Verletzte in Bad Sooden-Allendorf / Deutschland, 2008:

Bei einem Volksfest stürmen 4 bewaffnete und mit Brustpanzern geschützte Täter ein Festzelt und prügeln scheinbar wahllos mit Baseball-Schlägern auf Besucher ein.

  • 12 Verletzte in Mettmann / Deutschland, 2013:

Nach einem Festival gegen Rassismus haben Neonazis mehrere Besucher angegriffen, die sich gerade auf dem Weg zum Bahnhof befunden hatte.

  • 7 Verletzte in Thalheim / Österreich, 2013:

Unbekannte Vermummte überfallen eine private Geburtstagsparty in einem Pfarrhaus.

  • 5 Verletzte in Sangerhausen / Deutschland, 2011:

Mehrere Jugendliche greifen ein Benefizkonzert an, es kommt zu einer Schlägerei mit bis zu 40 Beteiligten.

  • 3 Verletzte in Singen / Deutschland, 2012:

Auf einer Geburtstagsparty taucht ein Schlägertrupp auf, und wirft u.a. einen Besucher durch ein Fenster.

  • 3 Verletzte in Pforzheim / Deutschland, 2008:

Bei einem Konzert „Laut gegen Nazis“ greifen 15 Neonazis den Jugendclub an, können aber von Security am Eindringen gehindert werden.

  • 2 Verletzte in Rostock / Deutschland, 2013:

Nach einem Konzert werden Fans und Bandmitglieder von Vermummten angegriffen, die mit Baseballschlägern bewaffnet sind.

  • 2 Verletzte in Karlsruhe / Deutschland, 2012:

60 betrunkene Punker wollen ein Konzert stürmen, dabei werden zwei Security verletzt.

  • 2 Verletzte in Bebra / Deutschland, 2009:

Alkoholisierte Jugendliche stürmen eine Diskothek und verletzen Besucher mit einem Samurai-Schwert und Baseballschlägern.

  • Mehrere Verletzte in Erfurt / Deutschland, 2012:

Jugendliche überfallen eine Ausstellungseröffnungsfeier

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Polizeifahrzeug (Tür mit Aufschrift Polizei) (Symbolbild): © Hero - Fotolia.com