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Schutz vor Lärm

Schutz vor Lärm

Von Thomas Waetke 12. Juni 2014

Der Schutz vor Lärm wird oft vernachlässigt, spielt aber auch in der Veranstaltungsbranche eine große Rolle. Hier müssen Veranstalter, Arbeitgeber und technische Dienstleister eine Vielzahl von Regelwerken beachten und umsetzen. Schauen wir dazu auf ein aktuelles Urteil des Sozialgerichts Karlsruhe, in dem es um den Lärm in einem 5-Sterne-Hotel ging:

Ein Mitarbeiter eines 5-Sterne-Hotels wollte seinen Tinnitus als Berufskrankheit anerkannt wissen. Er seit dort zwischen 1980-1983 ausgebildet worden und arbeitete seit 1989 als Concierge in der Empfangshalle. 2007 stellte ein HNO-Arzt dann Tinnitus fest und machte die Lärmeinwirkung im Hotel dafür mitverantwortlich.

Das Sozialgericht Karlsruhe wies die Klage aber nun ab.

Schutz vor Lärm nicht immer und überall

Messungen eines Sachverständigen stellten einen mittleren Lärmpegel von 74 db(A) fest; „Lärmschwerhörigkeit“ würde aber grundsätzlich erst bei einer längeren Belastung a 85 db(A) eintreten können. In der Empfangshalle eines 5-Sterne-Hotels könnten nach Feststellung des Gerichts aber solche Werte ohnehin nicht erreicht werden. Auch das Argument, die Alarmanlage des Hotels hätte besonders häufig laut geschrillt, ließ das Gericht daher nicht gelten.

So lustig wie sich diese Geschichte anhören mag: Lärm darf man nicht unterschätzen. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Regelwerke zum Schutz vor Lärm.

Beispiele für Lärm

Hier ein paar Beispiele für „Lärm“ (mit ungefähren Werten, die natürlich von Fall zu Fall abweichen können):

  • 20 db(A): Ticken einer Armbanduhr
  • 45 db(A): übliche Geräuche in einer Wohnung
  • 50 db(A): Kühlschrankgeräusche
  • 65 db(A): Kantinenlärm
  • 75 db(A): Verkehrslärm
  • 80 db(A): Telefonklingeln
  • 120 db(A): Kettensäge, Gewitterdonner
  • 130 db(A): Düsenjets, Autorennen

Bei einem Schalldruckpegel über 110 db(A) kann schon kurzzeitiger Lärm zu einem Hörschaden führen („Schalltrauma“).

Arbeitsschutzrecht

Im Arbeitsschutz muss der Arbeitgeber bereits ab einem Pegel von 80 db(A) im Tagesdurchschnitt (sog. unterer Auslösewert) erste Schutzmaßnahmen treffen (gemäß Lärm- und Vibrationsarbeitsschutzverordnung). Hiervon sind typischerweise Mitarbeiter bei Musikveranstaltungen, wozu auch der Aufbau- und Abbaulärm gehört.

Vorschriften bei Veranstaltungen

Bei Veranstaltungen können u.a. folgende Regelwerke eine Rolle spielen:

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