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Schmutzmatte als Stolperfalle

Schmutzmatte als Stolperfalle

Von Thomas Waetke 9. August 2013

Wenn Kabel verlegt oder Schmutzfangmatten ausgelegt werden, entstehen oftmals Erhöhungen im Vergleich zur Umgebung. Jede Erhöhung (oder auch Vertiefung) kann für eine Person eine Stolperfalle darstellen und es stellt sich die Frage, ob der Verkehrssicherungspflichtige diese Stolperstelle verhindern muss. Das Oberlandesgericht Bamberg hatte sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wer verantwortlich ist, wenn ein Hotelgast über eine Schmutzmatte stolpert.

Der Fall: Vor einem Hoteleingang lag eine Schmutzmatte mit einer 2 cm hohen, nicht abgeschrägten Kante. Die Matte war farblich dunkel, der sonstige Untergrund des Bodens dagegen sehr hell. Außerdem war der gesamte Bereich hell ausgeleuchtet. Ein Hotelgast stolperte nun aufgrund der Kante, da er dort mit dem Fuß hängen blieb.

Angesichts dieser Umstände war die Gefahrenstelle aber für einen Hotelgast ausreichend erkennbar, das Hotel hätte keine weiteren Vorkehrungen treffen müssen, so das Oberlandesgericht Bamberg. Hinzu kam noch, dass der Gast einräumte, die Matte (nicht aber die Kante) auch gesehen zu haben.

Man sollte nun nicht auf die Idee kommen, das 2 cm hohe Kanten keine Stolperfallen seien, für die man nicht haften würde. Das Oberlandesgericht Bamberg hat zurecht darauf verwiesen, dass grundsätzlich eine 2 cm hohe Kante sehr wohl eine sicherungspflichtige Stolperfalle sei, wenn insbesondere die Kante bzw. die Schmutzmatte optisch schwer zu erkennen sei, weil es entweder dunkel oder die Farbe ähnlich zum Boden sei.

Auch macht es einen Unterschied, ob an einem Hoteleingang ein langsam gehender Gast die Kante erkennen können muss, oder ob in einer Veranstaltung die Besucher typischerweise nicht auf den Boden schauen, wenn sie geradeaus laufen.

So ist der Einsatz von so genannten Yellow Jackets, Kabelbrücken usw. jeweils im Einzelfall zu prüfen, ob hier besondere Verkehrssicherungspflichten bestehen bzw. ob überhaupt an dieser Stelle eine potentielle Stolpergefahr sein darf. Lesen Sie dazu unseren Beitrag:

Stolpern auf dem Weihnachtsmarkt: Wer haftet?

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