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Schlägereien: Das kann auch auf harmlosen Veranstaltungen passieren

Schlägereien: Das kann auch auf harmlosen Veranstaltungen passieren

by 8. Februar 2019

Vielfach glaubt man ja, dass gewalttätige Auseinandersetzungen nur bei entsprechenden Events mit entsprechendem Klientel passieren. Am vergangenen Wochenende haben Kaninchenzüchter gezeigt, dass sie sich auch prügeln können. Auf der Bundes-Rammler-Schau in Halle haben sich Züchter geschubst, und als zwei Männer den Streit schlichten wollten, landete letztlich einer davon im Krankenhaus.

Kann bspw. der Veranstalter zur Verantwortung gezogen werden, wenn/weil er keinen Sicherheitsdienst vor Ort hatte? Nein. Wie ich in meinem Beitrag zu veranstaltungstypischen Gefahren erklärt habe, muss ein Veranstalter einen Sicherheitsdienst dann nicht vorhalten, wenn es dazu „normalerweise“ keinen Anlass gibt. Zu Streit unter Besuchern kann es überall kommen, aber deshalb muss noch lange nicht überall ein Sicherheitsdienst vorhanden sein. Auch auf der Straße kann es zu Streit kommen, und da ist auch nicht überall Polizei.

Außerdem hätte ja auch die Anwesenheit des Sicherheitsdienstes diesen einen Streit zwischen den Kaninchenzüchtern nicht verhindert, wenn die Sicherheitsmitarbeiter nicht zufällig neben dran gestanden wären.

Das Oberlandesgericht Oldenburg hatte zu einer Schlägerei zwischen Künstler und einem Besucher auf einem Straßenfest entschieden, dass das Fehlen eines Sicherheitsdienst dann nicht notwendig sei, wenn

  • sich das Straßenfest sich auf die nähere Umgebung beschränkt,
  • keine Massenveranstaltung ist und
  • bisher immer friedlich verlaufen war.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Security mit gelber Warnweste und Aufschrift „Security“: © Gooseman - Fotolia.com