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aus dem Eventrecht

Schlägerei nach Boxkampf – Handeln der Security

Von Thomas Waetke 27. Juni 2011

Nach dem Box-Kampf von Felix Sturm in der Kölner Lanxess-Arena kam es an einem Ausgang zu einer wilden Schlägerei, an der 25 Personen beteiligt waren, offenbar Hells Angels einerseits und libanesische Anhänger des Boxers Charr andererseits.

Beobachtungen zufolge soll die Polizei erst nach ca. 10 Minuten vor Ort gewesen sein. Security des beauftragten Sicherheitsdienstes verschwanden mit den Besuchern über das Treppenhaus in die obere Etage.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Teilweise ist in Reaktionen auf den Vorfall Kritik an den Security zu lesen, warum sie sich nicht eingemischt hätten.

Rein menschlich mag verständlich sein, sich als einzelner Security nicht in eine heiße Prügelei von 25 Personen einzumischen. Beruhigende und deeskalierende Worte wären da wohl auch nicht ausreichend gewesen.

Welcher Pflicht unterliegen aber die Security?

Wenn wir davon ausgehen, dass an dem Ausgang nicht gerade 50 Security postiert waren, dann ist es durchaus richtig, erst einmal offensichtlich Unbeteiligte Besucher in Sicherheit zu bringen.

Der Security unterliegt der so genannten Garantenpflicht: Der Garant muss mehr tun als der normale Mensch. Garant kann man z.B. werden, weil man per Vertrag die Sicherheit Dritter übernimmt, wie eben der Security.

Brechen wir die Massenkeilerei mal herunter auf eine Rangelei zwischen zwei Festbesuchern. Ein normaler Besucher müsste allenfalls Sicherheitspersonal oder die Polizei darauf aufmerksam machen. Der Security aber müsste einschreiten, sofern es für ihn zumutbar ist. Würde er bspw. erkennen, das um die 2 Streithähne herum mehrere „Kumpels“ der Streithähne stehen und er riskiert, dass sich diese dann auf ihn stürzen, dann muss er nicht aktiv eingreifen. Der Garant ist nicht verpflichtet, sein Leben aufs Spiel zu setzen. Er muss aber jedenfalls mehr tun als derjenige, der „nur“ eine Hilfeleistung nicht unterlassen darf (siehe § 323 c StGB).

Lesen Sie dazu auch unsere FAQ: Wenn ich als Fachmann privat eine Veranstaltung besuche und Gefahren erkenne, muss ich dann tätig werden? (hier klicken).

Übrigens:

Im Rahmen der Versammlungsstättenverordnung ist der Einsatzleiter und auch der einzelne Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes u.a. dafür verantwortlich, dass nicht mehr Besucher als zulässig eingelassen werden (siehe § 43 Abs. 4 MVStättV).