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Schiedsrichter von Speer getroffen: Kein Arbeitsunfall

Schiedsrichter von Speer getroffen: Kein Arbeitsunfall

Von Thomas Waetke 21. Mai 2015

Im Jahr 2012 kam ein ehrenamtlicher Schiedsrichter bei einem Leichtathletik-Wettbewerb ums Leben. Der lizensierte Kampfrichter wurde von einem Speer tödlich getroffen. Noch während der Speer flog, ging er in Richtung der Stelle, bei der er den Aufprall des Speeres vermutete, um die Entfernung messen zu können.

Seine Ehefrau wollte diesen Unfall als Arbeitsunfall anerkannt wissen, was die gesetzliche Unfallversicherung aber ablehnte. Jetzt hat das Sozialgericht Düsseldorf entschieden.

Auch das Sozialgericht wertete den Unfall nicht als Arbeitsunfall.

Arbeitsunfall?

Dies lehnte das Gericht ab, da der Schiedsrichter in keinem Anstellungsverhältnis zum ausrichtenden Verein gestanden hatte (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII).

Auch war er nicht freiwillig versichert.

Schließlich kam noch der Tatbestand „Wie-Beschäftigter“ in Betracht (§ 2 Abs. 2 SGB VII): Das sind Personen, die zwar nicht angestellt sind, aber im Ergebnis wie ein Angestellter zu behandeln sind.

Aber auch das lehnte das Gericht ab: Der Schiedsrichter war ehrenamtlich tätig und hatte eine kleine Aufwandsentschädigung erhalten. Außerdem gebe es keine berufsmäßigen Kampfrichter bei Leichtathletikveranstaltungen, so dass es auch keine angestellten Kampfrichter gibt – und damit nach Auffassung des Sozialgerichts auch keine Wie-Beschäftigten geben könne.

Freiwillige Tätigkeit

Auch die Gefährlichkeit der Tätigkeit führe nicht zu einem Versicherungsschutz: Es habe dem Schiedsrichter freigestanden, die Tätigkeit auszuüben; letztlich beruhe seine ehrenamtliche Tätigkeit auf der Liebe zum Sport und ähnele daher eher einer Freizeitbeschäftigung als einem Anstellungsverhältnis.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Stehender Richter-Hammer aus Gerichtssaal: © sergign - Fotolia.com