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1/09 Schadenersatz nach umstürzendem Baum

Von Thomas Waetke 4. Dezember 2009

In einem Freizeitpark in Haßloch war im Oktober 2006 eine Baumkrone auf ein Zelt gestürtzt, in dem sich mehrere Besucher des Parks aufgehalten hatten. Ein Besucher wurde dabei getötet, mehrere Personen wurden verletzt.

Eine Besucherin erhob gegen den Parkbetreiber eine Klage auf Schadenersatz bzw. Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Euro. Die Prozessparteien haben nunmehr vor Gericht einen Vergleich geschlossen, nach dem der Parkbetreiber an die Klägerin 50.000 Euro zahlen soll. Die Klägerin kann diesen Vergleich aber noch widerrufen.

Kommentar von Rechtsanwalt Thomas Waetke

Veranstalter von Open Airs sollten diesen Fall zum Anlass nehmen, Bäume auf dem Veranstaltungsgelände (z.B. auch Zeltplätze) zu kontrollieren bzw. kontrollieren zu lassen. Ungeachtet von unschönen Schlagzeilen besteht natürlich immer das Risiko, auf Schadenersatz haften zu müssen.

Letztlich muss der Veranstalter alles Erforderliche und Zumutbare tun, damit dem Besucher nichts passiert. Führt er keinerlei Kontrollen durch und wird ein Besucher durch einen umstürzenden Baum verletzt oder gar getötet, kann dies zu Ersatzansprüchen gegen den Veranstalter bzw. Betreiber führen.