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aus dem Eventrecht

Sauna-WM: 1 Toter

Von Thomas Waetke 8. August 2010

Die Sauna-Weltmeisterschaft im finnischen Heinola hat im Finale ein tragisches Ende genommen: Beide Finalisten mussten in ein Krankenhaus gebracht werden, einer erlag dort seinen Verletzungen. Ziel war es offenbar, bei Termperaturen von 110 Grad Celsius möglichst lange in der Sauna auszuharren. Nach ca. 6 Minuten ist das Finale abgebrochen worden, beide Finalisten sind zusammengebrochen. Augenzeugen- berichten zufolge sollen die beiden schwere Verbrennungen erlitten haben.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Ein Veranstalter ist nicht an jedem Unglück schuld. Zunächst muss er das Erforderliche und Zumutbare tun, um Besucher bzw. Teilnehmer zu schützen.

Ein Klavierkonzert in einem Vereinsheim ist tendenziell eher ungefährlich. Der Veranstalter muss nicht davor warnen, dass theoretisch Terroristen das Konzert überfallen und Geiseln nehmen könnten. Er muss aber zumindest daran denken, dass ein Feuer ausbrechen könnte und entsprechend Fluchtmöglichkeiten vorhalten.

Ein Stadtlauf ist da schon etwas gefährlicher: Der Veranstalter muss zwar nicht davor warnen, dass „Schnelles Laufen zu Seitenstechen führen“ könnte. Er muss aber vor unübersichtlichen Stellen, rutschigen Boden usw. warnen, wenn diese für den Läufer nicht oder nur sehr spät erkennbar sind.

Eine Sauna-WM ist für sich gesehen für den Teilnehmer schon nicht ganz ungefährlich, das weiß allerdings auch der Teilnehmer. Er muss also nicht unbedingt davor gewarnt werden „Achtung, es kann warm werden“. Er wird aber zumindest gehalten sein, sich vorher über die gesundheit der Teilnehmer Gewissheit zu verschaffen und Sanitäter bereit zu halten.

Tipp von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Kurzum: Je gefährlicher, desto mehr muss der Veranstalter warnen und tätig werden. Je weniger der Besucher/Teilnehmer die Gefahr voraussehen kann, desto mehr muss der Veranstalter darauf hinweisen.

Im Idealfall sollte das schriftlich geschehen, um dies später auch beweisen zu können. Wenn Sie mit internationalen Besuchern oder Teilnehmern rechnen, sollten sie überlegen, ihre Warnungen auch in verschiedenen Sprachen vorzuhalten.