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aus dem Eventrecht

Sänger lässt 4 Stunden auf sich warten

Von Thomas Waetke 6. April 2010

Pete Doherty hat sein Publikum bei einem Konzert an Ostern im schottischen Greenock fast 4 Stunden warten lassen, bevor er endlich kommentarlos und ohne eine Entschuldigung auf die Bühne trat. Viele Besucher hatten das Konzert bereits verlassen, außerdem war die Stimmung teilweise so gereizt, dass der Veranstalter schon Ausschreitungen befürchtet hatte.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

  • Muss der Veranstalter den Ticketpreis zurück bezahlen, wenn der Besucher wegen der Zeitverzögerung das Konzert verlässt?
  • Hat der Veranstalter Schadenersatzansprüche gegen den Künstler, der zu spät auftritt?

Dies sind typische und stetig wiederkehrende Fragen, die sich aber so leicht nicht beantworten lassen. Vereinfacht lässt sich zunächst sagen, dass der Besucher gewisse Zeitverzögerungen hinnehmen muss – die 4 Stunden von Pete Doherty aber sicherlich nicht.

Erst wenn eine gewisse Schwelle überschritten ist, kann der Besucher grundsätzlich seinen Ticketpreis zurückverlangen, da der Veranstalter seine Leistung (= Auftritt des Künstlers) nicht bzw. nicht fristgerecht erbracht hat. Fraglich ist dabei noch zudem, ob der Besucher z.B. auch Fahrtkosten und Vorverkaufsgebühren ersetzt verlangen kann.

Im Verhältnis zwischen Veranstalter und Künstler ist die Sache etwas einfacher; hier kommt es einerseits auf die vertraglichen Vereinbarungen an (auch: Handelt es sich um einen Dienst- oder um einen Werkvertrag?), andererseits auch auf das Verschulden: Wer hat die Verzögerung verschuldet?