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aus dem Eventrecht

Rosa statt grau: Nachfragepflicht des Auftragnehmers?

Von Thomas Waetke 5. September 2014

Holland – aus Oranje wird rosa… Im niederländischen Wijchen gibt es seit Kurzem einige Verkehrsinseln, die in schickem rosa strahlen, anstelle des sonst vorherrschenden Einheitsgraus. Der Grund: Ein städtischer Angestellter hat bei der Farbenbestellung eine falsche Farbnummer angegeben. Der Maler hatte dann offenbar zu sehr der Vorgabe vertraut und die rosa Farbe aufgetragen. Hätte der Maler vorher nachfragen müssen?

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke

Diesen an sich ganz lustigen Vorgang möchte ich nutzen, auf die Verantwortung eines Fachmanns/ einer Fachfrau bzw. des Fachunternehmens aufmerksam zu machen: Als Auftragnehmer darf ich nicht immer blind den Vorgaben des Auftraggebers vertrauen. Es gibt durchaus Fälle, in denen ich mich beim Auftraggeber vergewissern muss, ob er das wirklich möchte – eben dann, wenn sich ein Fehler beim Auftraggeber geradezu aufdrängt.

Beispiel: Der Veranstalter beauftragt einen Ordnungsdienst. Der Veranstalter schreibt: „Unsere Veranstaltung findet am 10.10.2014 von 12 Uhr bis 16 Uhr statt. Bitte kommen Sie also am 11.10.2014 um 10 Uhr.“ Hier drängt sich ein Schreibfehler auf, der Ordnungsdienst darf nun nicht treudoof einen Tag nach der Veranstaltung erscheinen und die nicht vorhandene Veranstaltung ordnen wollen.

Aufpassen muss der Auftragnehmer, wenn sich der vermeintliche Fehler als Absicht des Auftraggebers herausstellt, weil dieser bspw. gesetzliche Vorschriften umgehen will. Der Auftragnehmer kann sich dann im Strafrecht der Beihilfe strafbar machen, und auch zivilrechtlich eine ggf. ungewollte Mitverantwortung mittragen.