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aus dem Eventrecht

Hubschraubereinsatz bei Moerser Kirmes

Von Thomas Waetke 3. September 2010

Auf der Kirmes in Moers (NRW) ist ein Kind schwer verletzt worden. Offenbar stand das 11-jährige Mädchen kurz vor Ende der Fahrt mit dem „Höllentaxi“ auf, stürzte auf das Gleis und wurde von einem Wagen des Fahrgeschäfts überfahren, dabei wurde es am Bein verletzt. Ein Rettungshubschrauber landete in der Stadt und transportierte das Mädchen in eine Duisburger Klinik, während die Kirmes weiterlief.

Andere Kinder, die das Mädchen begleitet hatten, wurden seelsorgerisch betreut und nach Hause gebracht. Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf. Nach ersten Erkenntnissen war kein technischer Defekt ursächlich.

 UPDATE  Dem Mädchen wurde nach einem Bericht auf rp-online (hier lesen) mittlerweile der verletzte Fuß amputiert. Das Mädchen war noch während der Fahrt aufgestanden und mit dem Fuß auf die Gleise gekommen und dabei von einem nachkommenden Wagen des „Höllentaxis“ überrollt worden. Sicherheitsbügel o.Ä. hatte es nicht gegeben. Lediglich ein Schild „Aufstehen während der Fahrt verboten“ und Lautsprecherdurchsagen waren als Sicherheitsmaßnahme vorgesehen. Auch seien keine Geländer vorhanden, die verhindern würden, dass ein Besucher von außen auf die Gleise (bspw. im Gedränge oder auch absichtlich) geschubst würde. In Freizeitparks dagegen seien bereits deutlich langsamere Fahrgeschäfte mit einem Sicherheitsbügel ausgestattet, die ein Aufstehen verhindern würden.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Es wäre sicherlich unverhältnismäßig gewesen, wegen dem Unfall die Kirmes abzubrechen. Es zeigt aber, dass immer und unerwartet ein schrecklicher Unfall passieren kann. Ein gutes Rettungskonzept sollte daher auch auf die Landung eines Rettungshubschraubers vorbereitet sein, bzw. jedenfalls den Abtransport von Verletzten – dazu müssen diese aber auch rasch geborgen werden können.

Zum UPDATE: Bei der Haftung des Schaustellers ist die Frage zu stellen: Hat er das Zumutbare und Erforderliche getan, um den Unfall zu verhindern? Reichen Schilder und Lautsprecherdurchsagen aus? Wäre es nicht zumutbar und erforderlich gewesen, das Fahrgeschäft mit einem Sicherheitsbügel auszustatten?

Zur Kirmes:

Die Kirmes ist rechtlich als „Volksfest“ (siehe § 60 b Gewerbeordnung) oder ein „Jahrmarkt“ (siehe § 68 Abs. 2 Gewerbeordnung) einzustufen.