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aus dem Eventrecht

Reizgas in Diskothek

Von Thomas Waetke 1. November 2011

In einer Diskothek in Düren (NRW) hat ein Unbekannter Sonntag Nacht einen Reizstoff verteilt. Daraufhin wurden die noch 100 anwesenden Gäste über die Notausgänge evakuiert, mehrere Personen klagten über Atemreizungen.

Nach einer Entlüftung und erneuten Messung durch die Feuerwehr konnten die Gäste wieder in die Disko zurück.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Gegen den Unbekannten wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Solche idiotischen Aktionen können auch schnell in einer Katastrophe enden.

Der Veranstalter sollte daher im eigenen Interesse am Einlass nach Pfefferspray und Ähnlichem suchen (lassen), um solche Unfälle zu verhindern.

Dabei muss der Veranstalter beachten, dass er grundsätzlich nur dann fremde Taschen und Personen durchsuchen darf, wenn diese damit einverstanden sind. Dazu sollte er die Kontrolle unter eine Bedingung stellen: Entweder Kontrolle, oder eben kein Einlass.

  • Findet er unerlaubte Gegenstände, so kann er diese bei sich verwahren – dann aber ist er im Regelfall dafür verantwortlich, dass der Gast sie beim Nachhausegehen wieder bekommt.
  • Er kann aber auch den Gast auffordern, den Gegenstand wegzuwerfen oder im Auto zu belassen usw. und nur ohne unerlaubtem Gegenstand den Eintritt zu gewähren. Dies hat den Vorteil, dass er keine Haftung für den Gegenstand übernimmt. Dies hat aber den Nachteil, dass es bei großem Andrang komplizierter wird, da der Gast wieder aus dem Kontrollbereich heraus muss und später wieder kontrolliert werden muss, ob er den Gegenstand nicht noch immer bei sich hat.
  • Denkbar ist auch, dass er im Einverständnis mit dem Gast den Gegenstand abnimmt, und in eine Kiste legt, aber ausdrücklich keine Haftung dafür übernimmt, dass die Sache später noch immer da ist, wenn der Gast wieder nach Hause geht. Dieser Haftungsausschluss – bzw. besser: Das Nichtzustandekommen eines Verwahrungsvertrages – sollte aber ausdrücklich und unübersehbar vorgenommen werden.