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aus dem Eventrecht

Red Bull auf 440 Mio verklagt

Von Thomas Waetke 9. November 2010

Der US-Amerikaner  Daniel Hogan hat das östereichische Unternehmen Red Bull auf Schadenersatz in Höhe von umgerechnet ca. 440 Million Euro verklagt.

Damit will Hogan angeblich entgangene Werbeeinahmen geltend machen: Er will bereits 2004 Red Bull als Sponsor für einen Weltrekordversuch (Sprung aus 36.000 Meter Höhe) angesprochen haben, Red Bull habe damals aber abgelehnt – nun wollte Red Bull den Rekordversuch mit einem österreichischen Extremsportler angehen. Hogan beansprucht allerdings die Rechte an dem Weltrekordversuch.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Grundsätzlich sind Ideen (jedenfalls im deutschen Recht) frei. Wer einem Dritten seine Ideen ausplaudert, muss damit rechnen und leben, dass der die Idee aufgreift und selbst umsetzt. Unter gewissen Umständen kann sich aber für den Ideengeber ein Schutz aus dem Wettbewerbsrecht ergeben:

Es handelt unlauter, wer Waren oder Dienstleistungen anbietet, die eine Nachahmung der Waren oder Dienstleistungen eines Mitbewerbers sind, wenn er dabei die Wertschätzung der nachgeahmten Ware oder Dienstleistung unangemessen ausnutzt oder beeinträchtigt  § 4 Nr. 9 b UWG).

Das Wettbewerbsrecht stellt sogar manche unlautere Werbung unter Strafe: Wer die ihm im geschäftlichen Verkehr anvertrauten Vorlagen technischer Art (insbesondere Zeichnungen, Modelle, Schablonen, Schnitte, Rezepte) zu Zwecken des Wettbewerbs oder aus Eigennutz unbefugt verwertet oder jemandem mitteilt, kann mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft werden (§ 18 UWG; UPDATE vom 07.05.2019: Die §§ 17-19 UWG gelten nicht mehr, an ihre Stelle ist das Geheimnisschutzgesetz getreten).

Ob ein Schutz aus dem Urheberrecht bestünde, ist noch fraglicher als im Wettbewerbsrecht: Der Weltrekordversuch müsste dann auf einer schöpferischen Gestaltung beruhen, was fraglich ist, jedenfalls fehlen mir hierzu auch weitere Informationen.