Aktuelles

Urteile, Vorfälle, Kommentierungen...
118/17 Rechte und Pflichten des (überforderten) Arbeitnehmers

118/17 Rechte und Pflichten des (überforderten) Arbeitnehmers

by 15. Mai 2017

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit besonderen Aufgaben betraut werden, haben ein zusätzliches Risiko, unter psychischen Beeinträchtigungen zu leiden, z.B. wenn

  • sie erkennen, die gestellte Aufgabe nicht bewältigen zu können, oder
  • ein erhöhtes Risiko eines Schadensfalls besteht, der ihnen angelastet werden kann.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, diese Beeinträchtigungen bzw. Risiken zu berücksichtigen und geeignete Maßnahmen dagegen zu treffen. Lesen Sie dazu meinen Beitrag 112/17:

112/17 Psychische Belastung von Arbeitnehmern

Pflichten des Arbeitnehmers

Umgekehrt wird aber auch der Arbeitnehmer in die Pflicht genommen, u.a.:

  • Die Beschäftigten sind verpflichtet, nach ihren Möglichkeiten sowie gemäß der Unterweisung und Weisung des Arbeitgebers für ihre Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Sorge zu tragen (§ 15 Abs. 1 Satz 1 ArbSchG).
  • Die Beschäftigten sind darüber hinaus verpflichtet, nach ihren Möglichkeiten sowie gemäß der Unterweisung und Weisung des Arbeitgebers auch für die Sicherheit und Gesundheit der Personen zu sorgen, die von ihren Handlungen oder Unterlassungen bei der Arbeit betroffen sind (§ 15 Abs. 1 Satz 2 ArbSchG).

Meldepflicht:

  • Die Beschäftigten haben dem Arbeitgeber jede von ihnen festgestellte unmittelbare erhebliche Gefahr für die Sicherheit und Gesundheit unverzüglich zu melden (§ 16 Abs. 1 ArbSchG).

Unterstützungspflicht:

  • Die Beschäftigten haben gemeinsam mit dem Betriebsarzt und der Fachkraft für Arbeitssicherheit den Arbeitgeber darin zu unterstützen, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit zu gewährleisten und seine Pflichten entsprechend den behördlichen Auflagen zu erfüllen (§ 16 Abs. 2 ArbSchG).

Vorschlagsrecht:

  • Die Beschäftigten sind berechtigt, dem Arbeitgeber Vorschläge zu allen Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit zu machen (§ 17 Abs. 1 ArbSchG).

Anzeigerecht:

  • Sind Beschäftigte auf Grund konkreter Anhaltspunkte der Auffassung, daß die vom Arbeitgeber getroffenen Maßnahmen und bereitgestellten Mittel nicht ausreichen, um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu gewährleisten, und hilft der Arbeitgeber darauf gerichteten Beschwerden von Beschäftigten nicht ab, können sich diese an die zuständige Behörde wenden (§ 17 Abs. 2 ArbSchG).

Fühlt sich also bspw. der Mitarbeiter nicht in der Lage, das ihm beauftragte Sicherheitskonzept zu erstellen, kann/soll/muss er das seinem Arbeitgeber mitteilen.

Aber auch, wenn er das nicht macht, muss der Arbeitgeber gewährleisten, dass sein Mitarbeiter dazu in der Lage ist:

  • Fachlich (denn der Arbeitgeber kann ja ggf. auch mit haftbar gemacht werden!), und
  • psychisch, um auch mit dem damit einhergehenden höheren Risiko und ggf. der emotionalen Belastung „klarzukommen“.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Frau mit Karton auf dem Kopf: © ra2 studio - Fotolia.com