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aus dem Eventrecht

Rapper springt von der Bühne und verletzt Zuschauerin

Von Thomas Waetke 8. Oktober 2013

Bei einem Konzert des Rappers Trinidad James ist eine Zuschauerin verletzt worden, als der Rapper von der Bühne ins Publikum sprang. Könnte die verletzte Besucherin Schadenersatzansprüche haben?

Das Oberlandesgericht Hamm hatte 2001 in einem ähnlichen Fall entschieden, dass ein Veranstalter seine Besucher in erforderlichem und zumutbaren Umfang vor Schäden schützen müsse; dazu gehöre auch, das stagediving zu verhindern. In dem vom OLG Hamm entschiedenen Fall war ein Fan von der Bühne gesprungen, und hatte dabei eine Besucherin verletzt, die nun den Veranstalter auf Schadenersatz verklagte

Das OLG Hamm erklärte, dass der Veranstalter sehr wohl hätte Vorkehrungen treffen müssen und können, bspw. durch Absperrungen zu verhindern, dass Fans überhaupt auf die Bühne klettern hätten können.

Allerdings sprach das Gericht der verletzten Besucherin auch eine Mitschuld zu: Sie hätte wissen können, dass bei Rockkonzerten Fans von der Bühne springen und hielt sich in der 3. Reihe auf – das Oberlandesgericht dazu:

„Dies ist ein durchaus gefährlicher Bereich. Gerade nah an der Bühne ist die Stimmung am ausgelassensten und steigert sich im Laufe des Konzertes noch. Dies kann von der Klägerin im Verlauf des Abends nicht unbemerkt geblieben sein. Nahe der Bühne ist die Gefahr besonders hoch, dass es zu Vorfällen kommt, die körperliche Verletzungen nach sich ziehen können. Wer die Steigerung und das Aufheizen der Stimmung im Laufe des Konzertes mitbekommt und sich gleichwohl bis zum Höhepunkt des Konzertes in vorderster Front aufhält, der setzt sich selbst der Gefahr mit aus und muss sich dies bei Schadenseintritt entgegenhalten lassen.“

Springt aber der Künstler selbst von der Bühne, dürfte dieses Argument m.E. auch nicht mehr greifen, da ich von einem Künstler erwarten kann, dass er darauf achtet, wo er landet bzw. gleich auf den Sprung verzichtet.