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112/17 Psychische Belastung von Arbeitnehmern

112/17 Psychische Belastung von Arbeitnehmern

9. Mai 2017

Das Thema Terror ist bei Verantwortlichen insbesondere von großen Veranstaltungen genauso auf der Tagesordnung wie Unwetter.

In beiden Fällen, aber auch in allen anderen kritischen und gefährlichen Situationen stellt sich eine wichtige Frage aus dem Arbeitsschutz: Inwieweit muss der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer, der Veranstaltungen plant, vor psyhischen Beeinträchtigungen schützen?

Beispiele:

  • Der Mitarbeiter steht unter Zeitdruck.
  • Dem Mitarbeiter stehen wenige Ressourcen (Personal, Geld, Material) zur Verfügung.
  • Der Mitarbeiter erkennt Gefahren, kann/darf diese aber nicht ausreichend beseitigen.
  • Die eingesetzten Mitarbeiter verfügen über nicht ausreichend Fachwissen, um beurteilen zu können, was richtig und falsch ist.
  • Die Verantwortung des Mitarbeiters ist außerordentlich hoch (z.B. er ist für Sicherheit zuständig).

Der Gesetzgeber hat die psychischen Gesundheitsrisiken erkannt und entsprechende Pflichten für den Arbeitgeber normiert. So sieht § 5 Arbeitsschutzgesetz eine Gefährdungsbeurteilung speziell in diese Richtung vor:

Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch

  • unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten,
  • psychische Belastungen bei der Arbeit.

Dementsprechend sind Arbeitgeber aufgefordert, Maßnahmen zum Schutz ihrer Beschäftigten zu treffen, z.B.

  • Schulungen, Ausbildung, Fortbildung
  • Ausreichende Ressourcen zur Verfügung stellen
  • „Rückendeckung bieten“

DieVerwaltungsberufsgenossenschaft stellt dazu eine Handlungshilfe für die betriebliche Praxis zur Verfügung: „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung“. Sie liefert Basisinhalte zur Ermittlung und Bewertung der psychischen Belastung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung.

Download der Handlungshilfe als pdf

Ausreichendes Wissen, Fortbildungen, Literatur usw. können den Beschäftigten helfen, ihre Arbeit ordentlich zu verrichten: Ein Mitarbeiter, der wenig weiß, verursacht nicht nur unnötige Fehler – er kann ggf. auch unter psychischen Beeinträchtigungen leiden, wenn er genau weiß, dass er zu wenig Ahnung von der Materie hat.

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