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224/16 Prügel vom Türsteher kein Arbeitsunfall

224/16 Prügel vom Türsteher kein Arbeitsunfall

by 8. Juni 2016

Wer auf Dienstreise eine Schlägerei mit dem Türsteher anfängt und sich dabei verletzt, ist nicht zwingend gesetzlich unfallversichert.

Ein Unternehmen hatte seinen Mitarbeiter nach Ibiza geschickt, dort sollte er Vertragsverhandlung führen. Dies geschah in einem Beach-Club, die Verhandlungen liefen von Mittag bis in die Nacht letztlich erfolgreich, es floss Alkohol. Der Mitarbeiter verließ irgendwann gegen Mitternacht den Beach-Club, kam aber wieder zurück und wollte wieder eingelassen werden. Vermutlich aufgrund seiner Alkoholisierung wurde er aber abgewiesen, es kam zu einer zunächst verbalen, dann handgreiflichen Auseinandersetzung, in deren Folge der Mitarbeiter vom Türsteher gegen den Kopf geschlagen wurde, so dass er mit dem Kopf auf den Boden prallte und daraufhin im Koma lag.

Der Mitarbeiter wollte den Unfall als Arbeitsunfall anerkannt haben und klagte gegen seine Berufsgenossenschaft.

Das Sozialgericht Heilbronn wies die Klage nun ab: Nach dem Ende der erfolgreichen Vertragsverhandlungen hielt sich der Mitarbeiter nicht mehr aus beruflichen, sondern aus persönlichen Gründen in dem Club auf.

Und selbst wenn er sich noch im Interesse seines Arbeitgebers in dem Club zum Feiern aufgehalten hätte, so erfolgte der Unfall doch vor der Tür und nicht im Club. Nachdem nicht aufgeklärt werden konnte, warum der Mitarbeiter den Club verlassen hat, könne ihm hierfür auch nicht der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung zuerkannt werden, so das Gericht.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Mann bekommt Faust ins Gesicht: © STUDIO GRAND OUEST - Fotolia.com