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aus dem Eventrecht

Prozess um schweren Unfall auf Flugfest: Veranstalter schweigt

Von Thomas Waetke 11. März 2013

Nach dem schweren Unglück auf einem Flugfest in Eisenach/Kindel 2008 stand heute der damalige Veranstalter vor Gericht. Ihm wird die Mitverantwortung an 2 Toten und 17 Verletzten vorgeworfen. Der Pilot, der den Unfall überlebt hatte, wurde bereits zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Dem Veranstalter warf die Staatsanwaltschaft heute vor, nicht überprüft zu haben, ob der Pilot die erforderliche Lizenz und ausreichend Erfahrung im Flugbetrieb hatte. Ansonsten, so die Staatsanwaltschaft, hätte ihm auffallen müssen, dass nicht der ursprünglich eingeplante, sondern ein neuer Pilot am Steuer saß. Der Veranstalter machte im Prozess von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Dieses Verfahren zeigt die hohe Verantwortung eines Veranstalters auf; ob das Gericht der Auffassung der Staatsanwaltschaft folgt, bleibt abzuwarten.

Der Verantwortliche hätte die Prüfung nicht selbst vornehmen müssen, sondern auch einen Dritten dazu beauftragen können. Dann aber hätte er diesen Beauftragten sorgfältig auswählen und ggf. kontrollieren müssen, ob er seinen Aufgaben auch wirklich nachkommt.

Gleiches gilt bspw. auch:

  • Für Staplerfahrer: Bevor er auf Ihrem Gelände losfährt, sollten Sie die Fahrerlaubnis prüfen + prüfen, ob er über ausreichend Fahrpraxis verfügt.
  • Für Pyrotechniker: Bevor jemand auf Ihrer Veranstaltung ein Feuerwerk aufbaut, sollten Sie prüfen, ob die dazu erforderlichen Berechtungen vorliegt.
  • Für Meister oder Fachkräfte: Lassen Sie sich Meisterbriefe usw. zeigen (siehe dazu hier).
  • und vieles mehr; bei Vertragsschluss bzw. vor der Akkreditierung zur Veranstaltung sollten Befähigungen abgeprüft werden. Verlassen Sie sich nicht auf Aussagen wie bspw. „Habe ich natürlich alles, aber alles leider zu Hause liegen“. Nur dann haben Sie die Chance, sich möglicherweise aus einer Haftung entziehen zu können (siehe hier).