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aus dem Eventrecht

Prozess gegen Gutachter der Eishalle Bad Reichenhall startet neu

Von Thomas Waetke 15. September 2011

Vor dem Landgericht Traunstein findet die 2. Auflage des Strafprozesses gegen einen Gutachter statt, der für den Einsturz des Daches der Bad Reichenhaller Eishalle mitverantwortlich sein soll.

2006 wurden dabei 15 Menschen ums Leben gekommen und 34 verletzt worden. In einem ersten Strafverfahren wurde lediglich der Konstrukteur des Daches verurteilt, der Gutachter wurde dagegen freigesprochen. Der Bundesgerichtshof hat in der Revision diesen Freispruch aufgehoben und das Verfahren wieder an das Landgericht Traunstein zurückverwiesen.

Einer der wichtigsten Gründe für die Aufhebung des Freispruchs aus Sicht des BGH war, dass der Gutachter nur 3 Jahre vorher die Halle nicht ausreichend sorgfältig untersucht hätte. Der Gutachter hatte seinerzeit das Hallendach nur mittels Teleobjektiv begutachtet, und hatte sich nicht die Mühe gemacht, direkt an die Dachbalken heranzugehen. Hätte er dies aber getan, hätten ihm die Baumängel auffallen müssen, was vermutlich den Einsturz drei Jahre später verhindert hätte. Außerdem war der Preis des Gutachtens mit 3000 Euro so billig, dass der Stadt hätte auffallen müssen, dass da etwas nicht stimmen könne.

Bemerkenswertes Argument im Rahmen des (nunmehr vom BGH aufgehobenen) Freispruchs im ersten Prozess: Selbst wenn der Gutachter in das Dach gestiegen wäre und die Stadt gewarnt hätte, hätte die Stadt nicht reagiert…