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aus dem Eventrecht

Promo-Event gerät aus den Fugen: 20 Verletzte

Von Thomas Waetke 13. August 2013

Eine Promotionveranstaltung von LG in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul endete mit 20 Verletzten: Der Hersteller LG ließ 100 Ballons mit Coupons aufsteigen, die Finder der Coupons sollten ein kostenloses G2 erhalten. Mehrere Besucher des Promoevents brachten dazu Luftdruckwaffen und lange Stangen mit, um die Ballons zum Platzen zu bringen und so an die Coupons zu gelangen; dabei wurden 20 Personen verletzt.

LG sagte weitere ähnliche Events ab und kündigte an, Schadenersatz für die medizinische Versorgung zahlen zu wollen, da man sich für die Verletzungen verantwortlich fühle: Mit nur 20 Sicherheitskräften sei man völlig überfordert gewesen, so der Veranstalter.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Grundsätzlich ist der Veranstalter nicht verantwortlich, wenn Besucher Schäden verursachen, solange der Veranstalter keine erforderlichen und zumutbaren Maßnahmen unterlassen hat, das zu unterbinden.

Will der Veranstalter an die wartende Menge wenige Geschenke verteilen, muss er damit rechnen, dass sich die Menge nicht immer ruhig verhält; letztlich hängt die Verantwortung vom konkreten Einzelfall ab: Hatte LG bspw. erkennen können, dass Besucher lange Stangen mit einem spitzen Ende mitbringen? Oder auch Luftdruckwaffen? Hätte LG also bspw. den Start der Ballons verzögern können/müssen, bis die gefährlichen Gegenstände beseitigt sind?

Auch in der Vergangenheit hat es bereits schwere Unfälle auf Veranstaltungen gegeben, als die Menge losstürmte, um Geschenke oder Freikarten zu ergattern. So gab es im russischen Jekaterinenburg 2009 4 Tote und 8 Verletzte, als der Veranstalter der vor der Disko wartenden Besuchermenge ankündigte, dass derjenige keinen Eintritt zahlen müsse, der binnen 30 Minuten in der Disko sei.