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Praktikum muss Praktikum sein, sonst droht Nachzahlung!

Praktikum muss Praktikum sein, sonst droht Nachzahlung!

Von Thomas Waetke 27. Oktober 2016

Vielfach werden gerne Praktikanten eingestellt: Solche, die wirklich mal reinschnuppern sollen, und solche, bei denen der Betrieb einfach nur Geld sparen möchte. Die zweite Kategorie lebt gefährlich (bzw. der Praktikumsgeber lebt gefährlich): Wer einen Mitarbeiter nur als Praktikanten einstellt, muss auch ein ordentliches Praktikum gewähren. Dazu gehört, dass ein Ausbildungszweck tatsächlich im Vordergrund steht.

Der Scheinpraktikant

Wer aber als Praktikant letztlich exakt das machen muss, was auch ein ganz normaler Arbeitnehmer machen würde müssen, ist nur ein „Scheinpraktikant“. Die Folge kann unangenehm werden für den Arbeitgeber: Der Ex-Praktikant hat nun nämlich Anspruch auf den normalen, üblichen Lohn und kann die Differenz dazu zum bisherigen Praktikantenlohn einfordern.

Die Beweislast

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hatte dazu kürzlich klargestellt, wer was beweisen muss:

Grundsätzlich muss der vermeintliche Scheinpraktikant nachweisen, dass es sich bei dem Praktikum eigentlich um ein normales Arbeitsverhältnis handelt.

Diese Beweislast dreht sich aber um auf den Arbeitgeber, wenn sich schon im Praktikums-Vertrag klassische Arbeitnehmerpflichten finden, z.B. die ständige Anwesenheitspflicht über 8 Stunden, geschuldete Arbeiten nach Weisungen des Vorgesetzten usw. Dann muss der Arbeitgeber beweisen, dass trotz alledem ein Ausbildungszweck überwiegt (z.B. weil der Praktikant verschiedene „Stationen“ im Betrieb kennenlernt, überall mal hineinschnuppern darf, die Anforderungen an ihn deutlich niedriger sind als an normale Arbeitnehmer usw.).

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Maske abziehen/das wahre Gesicht zeigen: © Andrey Burmakin - Fotolia.com