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aus dem Eventrecht

Podest kippt um: Chorsänger verletzt

Von Thomas Waetke 10. Dezember 2011

Beim Auftritt eines Chors in Neuruppin (Brandenburg) sind gestern mehrere Sänger verletzt worden, als der hintere Teil des Podests umkippte, auf dem mehrere Sänger standen.

Zwei Sänger wurden mit dem Krankenwagen in ein Krankenhaus gebracht, weitere erlitten leichtere Verletzungen. Nach Angaben des Chorleiters soll das hintere Podestteil nicht mit den übrigen Teilen verbunden gewesen sein. Als sich mindestens ein Sänger an das Geländer lehnte, kippte das Podest um.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke: 

Grundsätzlich könnte es sich hier um eine fahrlässige Körperverletzung handeln. Damit die Staatsanwaltschaft aber hierzu Ermittlungen aufnimmt, müsste ein Geschädigter Strafantrag stellen oder die Staatsanwaltschaft müsste ein „besonderes öffentliches Interesse“ bejahen.

Ungeachtet des Strafrechts hätten die Geschädigten (bzw. deren Versicherer) einen Anspruch aus dem Zivilrecht auf Schmerzensgeld und Schadenersatz. Als Verantwortlicher kommen hier die Techniker in Frage, die die Podeste aufgestellt hatten und auch der Veranstalter, der grundsätzlich für das Handeln der Techniker einzustehen hat. Die Geschädigten müssten dann aber nachweisen, dass die Podeste fehlerhaft aufgebaut wurden, bspw. eben nicht miteinander verbunden waren und dass bei einer ordnungsgemäßen Verbindung bzw. Befestigung das Podest nicht umgekippt wäre.