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aus dem Eventrecht

Pause bei Ich+Ich

Von Thomas Waetke 31. August 2010

Das Popduo Ich+Ich geht erst einmal getrennte Wege: Anette Humpe und Adel Tawil legen nach der aktuellen Tournee freundschaftlich eine Pause ein, um sich eigenen Projekten zu widmen; laut Label handelt es sich nicht um eine „Auszeit der Band“, es seien noch einige Projekte geplant.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Zugegeben, das Ausscheiden von Robbie Williams aus der Boygroup Take That hat mehr Bestürzung hervorgerufen – allerdings gab es damals eventfaq noch nicht, um einen schlauen Kommentar zu schreiben :lol: . Daher nutzen wir die Pause von Ich+Ich dazu:

So etwas kommt ja nicht selten vor: Der Veranstalter bucht eine Band, die es dann aber zum Zeitpunkt des Konzertes gar nicht mehr gibt. Dies ist seinerzeit auch dem Veranstalter passiert, der die Mädchenband TicTacToe engagiert hatte, die allerdings kurz vor dem Auftritt auseinandergegangen war.

Der Besucher, der bereits die Eintrittskarte gekauft hat, kann das Geld also wieder zurückverlangen, da insoweit das wirtschaftliche Risiko beim Veranstalter liegt.

Der Veranstalter kann seinerseits eine etwa bereits bezahlte Gage von der Band zurückverlangen, da diese ja nun nicht mehr ihre vertragliche Verpflichtung erfüllen kann.

Einen Schadenersatzanspruch gegen die Band hätte der Veranstalter allerdings nur, wenn man der Band vorwerfen könnte, dass sie schuldhaft die Auftrittspflicht verletzt hat (siehe § 280 Absatz 1 BGB). Dies dürfte aber regelmäßig fraglich sein, da es durchaus nicht unnormal ist, dass sich eine Band trennt. Ein Verschulden könnte vielleicht nur dann angenommen werden, wenn die Band bei Vertragsunterzeichnung schon weiß, dass sie sich trennt oder es bereits Vorgespräche für eine mögliche Trennung gibt.