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aus dem Eventrecht

Panik wegen Zugabfahrt?

Von Thomas Waetke 27. September 2010

Bei dem Fußballspiel zwischen Werder Bremen und dem HSV sind am vergangenen Samstag 24 Zuschauer und Polizisten auf einer Treppe im Weserstadion verletzt worden, als es dort zu einer Panik gekommen sein soll. Zuvor sollen ca. 3.700 HSV-Fans noch friedlich vor der Blocksperre auf Auslass gewartet haben. An einer Treppe kam nach ca. 20 Minuten Wartezeit Unruhe auf, da wohl einige Fans Sorge hatten, den letzten zu nach Hause zu verpassen. Mehrere Fans durchbrachen die Sperre und verursachten damit die Stürze auf der Treppe. Ein Fan liegt derzeit noch im Koma, ist aber wohl außer Lebensgefahr.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Derzeit werden die genauen Hintergründe des Vorfalls polizeilich ermittelt. Die gesamte Tribüne, auch die fragliche Treppe wurde erst vor kurzem von den Behörden geprüft und bauechtlich abgenommen.

An dem Vorfall sieht man, ungeachtet der Frage, ob die Treppe oder das Sicherheitskonzept für sich gesehen in Ordnung sind: Allein die Tatsache, dass Besucher unter Zeitdruck stehen, kann zu lebensgefährlichen Situationen führen. Es reicht eine kleine Anzahl (hier 15-20) unvernünftiger Besucher, die eine unschöne Kettenreaktion auslösen können. Dies ist auch mit der Grund, dass immer wieder diskutiert wird, solche Fußballspiele nicht in die Abendstunden zu legen, um reichlich Zeit für die Heimreise zu geben.

Auch dies kann zu den Fragen gehören, die ein ordnungsgemäß handelnder Veranstalter im Vorfeld klären sollte; auch solche eher mittelbaren Sicherheitsaspekte können wie gesehen eine wichtige Rolle im Gesamtkonzept spielen: Kommen die Besucher noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause, auch noch nach Schluss der Veranstaltung?

Vorschriften zu „Treppen“ finden Sie u.a. im Versammlungsstättenrecht,

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