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aus dem Eventrecht

Panik bei Gedenkfeier

Von Thomas Waetke 5. Mai 2010

Bei einer Gedenkfeier vor dem Nationalen Weltkriegsdenkmal in Amsterdam am gestrigen Dienstag hat es bei einer Panik mindestens 60 Verletzte gegeben. Auslöser war das Geschrei eines offenbar geistig verwirrten Mannes. Ein anderer Mann schrie offenbar zudem noch „Bombe! Weglaufen!“. Die bei der Feier anwesende Königsfamilie wurde vorübergehend in Sicherheit gebracht.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Der Veranstalter sollte sich bewusst sein, wie schnell ein an sich harmloses Fest mit einem Unfall oder in einer Katastrophe enden kann. Man kann nicht für alle Eventualitäten Vorkehrungen treffen. Wie man bei dem beschriebenen Vorfall sieht, ist aber selbst eine Gedenkfeier nicht deshalb ungefährlich, weil es ja nur eine Gedenkfeier ist. Allein der Umstand, dass viele Menschen aufeinander treffen, ist für sich gesehen schon gefährlich (siehe unsere Rubrik zu den Verkehrssicherungspflichten). In Amsterdam kam dann sicherlich noch die Anwesenheit der Königsfamilie als gefahrerhöhenden Umstand hinzu. Im Rahmen seiner Organisationspflichten sollte sich der Veranstalter zumindest im Vorfeld Gedanken machen, wie in Gefahrensituationen zu reagieren ist – auch und vielleicht gerade bei scheinbar harmlosen Veranstaltungen, um nicht unschön überrascht zu werden.