News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

NY-Marathon findet doch nicht statt

Von Thomas Waetke 3. November 2012

Der New York-Marathon ist nun doch abgesagt. Der Bürgermeister der Stadt hat den Marathon, der am Sonntag zum 42. Mal hätte stattfinden sollen, abgesagt. Zuvor hatte er noch verkündet, dass der Marathon stattfinden werde, da er sich dadurch auch moralischen und finanziellen Aufschub verspreche. Gegner aber befürchteten, dass Einsatzkräfte von wichtigen Aufräumarbeiten abgezogen werden würden. Da noch nicht einmal alle Toten nach „Sandy“ geborgen seien, sei die Durchführung auch moralisch nicht vertretbar.

Der Bürgermeister beugte sich nun dem Druck.

Unschön ist das für die vielen tausend Läufer, die bereits angereist waren.

„Sandy“ ist der typische Fall von Höherer Gewalt. Bei der Höheren Gewalt verlieren alle Vertragspartner ihren Anspruch auf die ihnen versprochene Leistung, jeder bleibt quasi auf seinen Kosten sitzen: Der Veranstalter muss die Veranstaltung nicht durchführen, dafür muss er aber etwa bereits erhaltene Eintrittsgelder bzw. Teilnahmegebühren wieder zurückerstatten.

Anders könnte es aber sein, wenn der Veranstalter nach dem Eintritt der Höheren Gewalt zunächst verkündet, dass die Veranstaltung trotzdem stattfindet. Damit nämlich könnte er deutlich machen, dass er sich auf die Höhere Gewalt gar nicht berufen möchte. Wenn nun Teilnehmer/Besucher aufgrund dieser Verkündung anreisen und die Veranstaltung dann kurz vor dem Beginn dennoch abgesagt wird, ist es fraglich, ob sich der Veranstalter noch immer auf die Höhere Gewalt berufen wird können.

Zu den Rechtsfolgen bei Höherer Gewalt siehe hier.