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aus dem Eventrecht

Nutzung von Fotos in der Präsentation

Von Thomas Waetke 8. Februar 2012

Wenn die Agentur ihrem Kunden das ausgearbeitete Konzept vorstellt, gestalten schöne Fotos die Präsentation lebendiger und schöner.

Was ist bei der Nutzung von Fotografien zu beachten?

Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass die Fotografie urheberrechtlich geschützt ist. Allenfalls bei wirklich banalen Fotografien könnte dies fraglich sein. Der Urheberschutz führt dazu, dass der Fotograf grundsätzlich zu fragen und an ihn ggf. eine Lizenzgebühr zu zahlen ist.

Nur bei einer privaten Nutzung wäre dies ausnahmsweise nicht erforderlich (siehe § 53 Abs. 1 UrhG).

Allerdings ist bei der Präsentation bei oder vor einem Kunden gerade nicht von einer nur privaten Nutzung auszugehen, sondern von einer „öffentlichen“ im Sinne des Urheberrechts.

Privat wäre die Nutzung/Veranstaltung, wenn

  • die Nutzung nur einem abgrenzbaren Personenkreis zugänglich ist, und
  • sich die Teilnehmer untereinander bzw. zum Verwerter (die Agentur) innerlich verbunden sind.

Gerade an letzter Voraussetzung scheitert es im Regelfall.

Damit ist eine Nutzung fremder Bilder, Texte usw. grundsätzlich lizenzpflichtig.

Eine Ausnahme kann es allenfalls geben, wenn das fremde Bild oder der fremde Text „zitiert“ wird (vgl. § 51 UrhG). Für ein Zitat sind aber enge Grenzen vorgegeben; das einfachste Beispiel: Die Agentur beschreibt einen Ablauf und möchte zur Verstärkung bzw. Untermauerung eine wissenschaftliche Aussage heranziehen. Zur Bestärkung der eigenen Argumentation dürfte dann ggf. zitiert werden, allerdings sind dabei die Quelle des Zitats und der Urheber anzugeben.

Allerdings werden insbesondere Bilder im Regelfall dazu eingesetzt, die Präsentation schöner zu gestalten. Eine reine „Behübschung“ der eigenen Präsentation mit fremden Bildern ist aber grundsätzlich lizenzpflichtig.

Lesen Sie dazu auch ausführlicher unseren Beitrag Das Urheberrecht im Pitch.