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aus dem Eventrecht
Nicht alles, was für Werbung schick ist, ist legal…

Nicht alles, was für Werbung schick ist, ist legal…

Von Thomas Waetke 2. Mai 2016

Hier ein weiteres Beispiel dafür, dass Marketing und Recht sich oft und gerne „beißen“: Nicht alles, was im Marketing bzw. in der Werbung als schön empfunden wird, ist auch legal.

Ein Unternehmen hatte aus Anlass einer Filial-Eröffnung eine Werbebroschüre hergestellt und diese verbreitet. Auf dieser Werbebroschüre war aus gesetzlichen Gründen notwendig (vgl. § 5a UWG), den Firmennamen und die Postanschrift anzugeben. Das Unternehmen hat dies zwar getan, aber letztlich so fehlerhaft, dass diese Angaben im Ergebnis als nicht vorhanden galten.

Das Landgericht Dortmund hat das Unternehmen verurteilt, diese Art Werbung zu unterlassen und für den Wiederholungsfall ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro angedroht.

Die Broschüre bestand aus 4 Seiten. Auf der letzten Seite waren die Angaben am linken Rand hochkant gedruckt, mit Schriftgröße 7 und weißer Schrift. Die Schrift befand sich dabei auf einem Foto, auf dem u.a. Personen mit einem hellblauen Hemd abgebildet waren; und eben auf dieser hellblauen Fläche waren auch die Angaben in weißer Schrift aufgedruckt.

Aus mehreren Gründen befand das Landgericht diese Platzierung als fehlerhaft:

  • Die Schriftgröße war zu klein;
  • Die weiße Schrift auf hellem Untergrund kaum lesbar;
  • An der Stelle erwarte der durchschnittliche Leser diese Angaben nicht, eher zusammen mit der Webseite und Telefonnummer, die prominent unten auf einem grünen Farbbereich abgedruckt waren;
  • Der normale Leser, der die Broschüre in der Hand hält, verdeckt mit seinem Daumen die Angaben;
  • Der Abdruck hochkant ist derart ungewöhnlich, dass ein Leser die Broschüre hätte drehen müssen, um den Text lesen zu können; darin liegt aber schon eine unzulässige Erschwerung der Wahrnehmung.

Aus vielerlei Gründen macht es Sinn, vor einer Maßnahme fachlichen Rat einzuholen. Sei es ein Eventkonzept oder Werbung: Zig Gründe können dafür sprechen, dass geplante Ideen angepasst oder verändert werden müssen, um unnötige Kosten und unnötigen Ärger zu vermeiden. Meine Kanzlei kann Ihnen dabei helfen, unnötige Rechtsfallen im Vorfeld zu erkennen:

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