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aus dem Eventrecht

Nicht alle Personen sind Besucher

Von Thomas Waetke 19. November 2012

Wenn für eine Versammlungsstätte eine gewisse Anzahl von Personen zugelassen ist (höchst zulässige Personenzahl), dann darf diese Personenzahl nicht mit der maximal zulässigen Besucherzahl verwechselt werden: Besucher sind nämlich nur ein Teil der Personenzahl.

Unter Personen versteht man die Mitwirkenden der Veranstaltung, Beschäftigte und Besucher.

Sind für die Location also bspw. maximal 2.000 Personen zugelassen, dann muss von dieser Zahl die Anzahl der ebenfalls anwesenden Mitwirkenden und die Anzahl der ebenfalls anwesenden Beschäftigten abgezogen werden. Die verbleibende Zahl ergibt dann die höchst zulässige Besucherzahl.

Der Betreiber und der Veranstalter müssen also sicherstellen, dass sie von der richtigen Zahl sprechen: Von der Personenzahl oder der Besucherzahl. Interessant ist letztlich nur die Personenzahl: Denn diese kann im Vorfeld zuverlässig berechnet und bestimmt werden.

Die Versammlungsstättenverordnung gibt bspw. bei der Rettungswegbreite (§ 7) vor, dass die Breiten an der „größtmöglichen Personenzahl“ zu messen ist: Es müssen ja auch Mitarbeiter und Mitwirkende die Räumlichkeiten verlassen können.

Wenn der Veranstalter also eine Versammlungsstätte mietet, sollte er sich ausdrücklich nach der höchst zulässigen Personenzahl erkundigen und sicherstellen, dass der Betreiber Personen und Besucher auseinanderhält.

Im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht ist empfehlenswert, dass der Veranstalter die ihm vom Betreiber genannten Zahlen noch einmal selbst überprüft und ggf. eigene Berechnungen anstellt.

Diese Zahl ist auch dem Ordnungsdienst bekannt zu geben (vgl. § 43 Abs. 4 MVStättV).

Eintrittskarten dürfen also nicht anhand der bekannten Personenzahl verkauft werden, sondern nur anhand der Besucherzahl.