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213/17 Neue Berufskrankheit für Orchestermusiker

213/17 Neue Berufskrankheit für Orchestermusiker

8. August 2017

Der wissenschaftliche Beirat „Berufskrankheiten“ beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat 5 Krankheiten in die Berufskrankheitenliste aufgenommen. Dabei handelt es sich u.a. um die „fokale Dystonie“ bei Instrumentalmusikern, von der professionell Musizierende wie z.B. Orchestermusiker betroffen sein können.

Die Betroffenen haben Anspruch auf Heilbehandlung aus der gesetzlichen Unfallversicherung, bei Arbeitsunfähigkeit oder dauerhafter Erwerbsminderung können auch Ansprüche auf Geldleistungen bestehen, teilt das Bundesarbeitsministerium mit.

Berufskrankheit

Eine Berufskrankheit ist eine Krankheit,

  1. die in der Anlage 1 zur Berufskrankheitenverordnung (BKV) aufgeführt ist, und
  2. die eine versicherte Person infolge einer den Versicherungsschutz begründenden Tätigkeit erleidet.

Eine Krankheit, die nicht in der Berufskrankheitenliste aufgeführt ist, ist daher grundsätzlich auch keine Berufskrankheit. Es kann sich dann aber ggf. um einen Arbeitsunfall handeln.

Die in der Berufskrankheitenliste genannten Krankheiten werden „nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind“ (§ 9 Abs. 1 SGB VII).

Krankheiten, die (noch) nicht in dieser Liste genannt sind, können als sog. „Wie-Berufskrankheit“ anerkannt werden, wenn nach neuen Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft die Voraussetzungen für eine Aufnahme in die Liste erfüllt sind (§ 9 Abs. 2 SGB VII).

Arbeitsunfall

Hingegen sind Arbeitsunfälle (siehe § 8 SGB VII) Unfälle von Beschäftigten infolge einer den Versicherungsschutz begründenden Tätigkeit („versicherte Tätigkeit“), also

  • bei Tätigkeiten, bei denen Beschäftigte und andere Personen kraft Gesetz unfallversichert sind (§ 2 SGB VII),
  • bei Tätigkeiten, bei denen Beschäftigte und andere Personen kraft Satzung unfallversichert sind (§ 3 SGB VII), oder
  • bei Tätigkeiten, bei denen Beschäftigte und andere Personen freiwillig unfallversichert sind (§ 6 SGB VII).

Unfälle sind dabei zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führen.

In beiden Fällen, also bei einer Berufskrankheit und bei einem Arbeitsunfall, hat der Versicherte Anspruch auf die Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung, die übrigens erheblich über die Leistungen der Krankenversicherung hinausgeht.

Arbeitsschutz – der sowohl die Berufskrankheit als auch den Arbeitsunfall verhindern soll – ist ein wichtiges Thema, das angesichts von Kosten und Aufwand oft vernachlässigt wird. Man denke hier allein mal nur an die Arbeitszeiten…

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Kranker Teddybär: © mizina - Fotolia.com