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BGH: Nebenkosten für Tickethandel unwirksam

BGH: Nebenkosten für Tickethandel unwirksam

by 24. August 2018

Der Bundesgerichtshof hat Nebenkosten beim Onlinetickethandel einen Riegel vorgeschoben und die Urteile der vorherigen Instanzen bestätigt.

Eventim bietet Verbrauchern bei Internet-Bestellungen von Eintrittskarten für Konzerte, Sportevents oder andere Veranstaltungen eine „print@home“-Option an. Mit dieser Funktion kann der Käufer sein Ticket zu Hause ausdrucken.Für diese Option hat eventim bisher 2,50 Euro berechnet. Der Bundesgerichtshof hat nun entschieden, dass diese Pauschale unwirksam ist und damit den vorangegangenen Urteilen des Landgerichts und des Oberlandesgerichts Bremen stattgegeben.

Eventim möchte nach dem Urteil die Funktion weiter anbieten, aber ohne die Pauschale zu erheben. Nach Unternehmensangaben seien weniger als 10% der in Deutschland verkauften Tickets von der print@home-Gebühr betroffen.

Neben der print@home-Gebühr ging es auch noch um eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 14,90 Euro. Diese Gebühr hatte eventim für den „Premiumversand inklusive Bearbeitungsgebühr“ berechnet. Bei der AC/DC-Welttournee 2015 konnten Käufer die Tickets ausschließlich mit diesem Premiumversand Tickets bekommen. Die Tickets wurden aber letztlich offenbar per einfacher Postzustellung mit normaler Frankierung gekommen. Der Bundesgerichtshof hat nun auch diese Gebühr für unzulässig erklärt.

Lesen Sie dazu meinen ausführlichen Beitrag zum Urteil der 1. Instanz, des Landgerichts Bremen:

356/16 Tickethandel: Nebenpreise unzulässig

Pflicht zur Erstattung an die Käufer?

Der Tickethändler wurde nun letztinstanzlich zur Unterlassung der Preisklauseln verurteilt. Damit ist die Sache aber noch nicht vorbei: Die klagende Verbraucherzentrale NRW hat den Tickethändler bereits aufgefordert, die insoweit zu Unrecht erhaltenen Summen wieder an die Käufer zurückzuerstatten. Diese Aufforderung sollte man nicht zu leicht nehmen: Der Bundesgerichtshof hat erst kürzlich entschieden, dass ein Unternehmen, das rechtswidrige AGB verwendet hat, tatsächlich seine Kunden auf diese Rechtswidrigkeit hinweisen muss.

Lesen Sie dazu meinen folgenden Beitrag:

54/18 Unternehmen muss Kunden über unwirksame Klauseln aufklären

 

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  • Stehender Richter-Hammer aus Gerichtssaal: © sergign - Fotolia.com