News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Nach Unfall Beweise sichern!

Nach Unfall Beweise sichern!

Von Thomas Waetke 15. Oktober 2012

Das Landgericht Bonn hat die Klage eines verletzten Hochzeitsgastes gegen den Hersteller von Feuerwerkskörpern abgewiesen. Der Gast wurde bei einem Feuerwerk auf einer Hochzeit ebenso wie andere Gäste verletzt. Das Feuerwerk hatten Freunde des Brautpaares gekauft, selbst aufgebaut und gezündet.

Der Verletzte warf dem Hersteller vor, Warnungen falsch oder gar nicht auf die Verpackungen aufgedruckt zu haben. Das Dumme: Das Personal des Hotels, in dem die Feier stattgefunden hatte, entsorgte seinerzeit die Reste des Feuerwerks. Somit konnte der Verletzte seine Behauptungen großteils gar nicht nachweisen.

 Sollten Ihnen oder auf Ihrer Veranstaltung etwas passieren, sorgen Sie dafür, dass die Beweise gesichert werden.

  • Fotos anfertigen,
  • Geschehnisse in einem Protokoll festhalten,
  • Beschädigte Gegenstände aufbewahren, und/oder
  • Zeugen befragen. Achten Sie darauf, dass Sie die Namen und Postanschrift der Zeugen haben. Im Gerichtsprozess können Sie nicht behaupten, dass „der Klausi“ alles gesehen habe, wenn keiner weiß, wer Klausi ist.

Sorgen Sie auch dafür, dass sich die Zeugen das Erlebte aufschreiben. Zu einer Zeugenvernehmung kann es auch erst Monate nach dem Unfall kommen. Bis dahin kann aber viel vergessen werden.

In der Rechtspraxis gibt es das so genannte „Selbständige Beweisverfahren“. Dort wird, bevor der eigentliche Schadenersatzprozess beginnt, zunächst bspw. ein Sachverständigengutachten durchgeführt. Dadurch kann erreicht werden, dass die Beweise möglichst frühzeitig gesichert werden, und bspw. das beschädigte Gerät danach entsorgt und nicht jahrelang aufbewahrt werden muss.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • gelbe Checkliste mit blauem Stift: © pixelrobot - Fotolia.com