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aus dem Eventrecht

Motorrad bleibt bei Stunt in Seil hängen

Von Thomas Waetke 12. Februar 2012

Bei einer Motorcross-Stuntshow im Shrine Circus in Saginaw (Michigan, USA) ist ein Stuntman abgestürzt. Er flog mit seinem Motorrad gerade einen Stunt über eine Rampe, als er in 8 Meter Höhe an einem Stahlseil hängenblieb und abstürzte.

Ein am Boden stehender Helfer wurde von dem Motorrad getroffen und leicht verletzt, der Stuntmen brach sich die Schulter und mehrere Knochen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Wäre der Unfall in Deutschland passiert bzw. wäre deutsches Recht anwendbar, würde aus rechtlicher Sicht folgendes passieren:

Sofern die Verletzten Arbeitnehmer sind oder eine Unfallversicherung freiwillig abgeschlossen haben, greift die Unfallversicherung, deren Leistungsumfang größer ist als der der normalen Krankenversicherung.

Die Unfallversicherung bzw. die Verletzten würden ihren Schaden dann aber bei den Verantwortlichen geltend machen.

Dies können sein:

  • Der Techniker, der das Seil aufgehängt hat.
  • Das Unternehmen, bei dem der Techniker beschäftigt ist.
  • Der Veranstalter.

Zur Haftung des Arbeitgebers bzw. des Veranstalters für Gehilfen lesen Sie unseren Beitrag Achtung bei der Auswahl von Dienstleistern.

Möglicherweise könnte den Fahrer ein Mitverschulden treffen (siehe § 254 Abs. 1 BGB); dazu müsste untersucht werden, inwieweit der Fahrer der Sprung zuvor mit dem Veranstalter abgestimmt hat bzw. ob er nicht selbst nochmal hätte die Sicherheits- vorkehrungen prüfen müssen.