Aktuelles

Urteile, Vorfälle, Kommentierungen...
21/18 Möglicher Ärger beim Datenschutz: 70 Prozent wollen Auskunft verlangen

21/18 Möglicher Ärger beim Datenschutz: 70 Prozent wollen Auskunft verlangen

by 25. Januar 2018

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ersetzt ab dem 25. Mai 2018 unser bisheriges Bundesdatenschutzgesetz. Die EU möchte mit der DSGVO den Verbrauchern mehr Rechte über die eigenen Daten an die Hand geben. Ein wichtiges Recht ist insoweit das Auskunftsrecht gegen Unternehmen, die personenbezogene Daten verarbeiten.

Eine aktuelle Umfrage unter 7.000 Personen in der EU, darunter knapp 1.200 aus Deutschland, lässt aufhorchen: Geht man nach dieser Umfrage, müssen Unternehmen ab Mai mit einer Flut von Auskunftsanfragen rechnen.

Nur 4% interessieren sich gar nicht

Knapp jeder 4. Befragte hält es für “sehr wahrscheinlich”, dass er nach Inkrafttreten der DSGVO Auskünfte einholen wird.

Etwas mehr als jeder 2. Befragte hält sein Auskunftsverlangen immerhin noch für “wahrscheinlich”.

Lediglich 4% der Befragten haben angegeben, keinerlei Interesse an einer Auskunft zu haben.

Auskunftsrecht der Betroffenen

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelt das Auskunftsrecht der betroffenen Personen (= betroffen ist man im datenschutzrechtlichen Sinne, wenn seine Daten von Dritten erhoben, gespeichert oder verarbeitet werden) in Art. 15 DSGVO.

Jedermann hat das Recht, von dem Verantwortlichen eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob er personenbezogene Daten zur eigenen Person verarbeitet; ist dies der Fall, so hat man ein Recht auf Auskunft über diese personenbezogenen Daten und u.a. auf folgende Informationen:

  1. die Verarbeitungszwecke,
  2. die Kategorien personenbezogener Daten, die verarbeitet werden,
  3. die Empfänger oder Kategorien von Empfängern, gegenüber denen die personenbezogenen Daten offengelegt worden sind oder noch offengelegt werden,
  4. falls möglich die geplante Dauer, für die die personenbezogenen Daten gespeichert werden, oder, falls dies nicht möglich ist, die Kriterien für die Festlegung dieser Dauer,
  5. das Bestehen eines Rechts auf Berichtigung oder Löschung der sie betreffenden personenbezogenen Daten oder auf Einschränkung der Verarbeitung durch den Verantwortlichen oder eines Widerspruchsrechts gegen diese Verarbeitung,
  6. das Bestehen eines Beschwerderechts bei einer Aufsichtsbehörde,
  7. wenn die personenbezogenen Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben werden, alle verfügbaren Informationen über die Herkunft der Daten,
  8. werden personenbezogene Daten an ein Drittland (z.B. in die USA, wenn dort die Server stehen) übermittelt, so hat die betroffene Person das Recht, über die geeigneten Garantien gemäß Art. 46 DSGVO im Zusammenhang mit der Übermittlung unterrichtet zu werden.

Man sieht: Das ist eine ganze Menge Arbeit für das Unternehmen.

Das datenverarbeitende Unternehmen muss eine Kopie der personenbezogenen Daten zur Verfügung stellen.

Ausnahmen von der Auskunftspflicht

Der nationale Gesetzgeber hat den Auskunftsanspruch der DSGVO etwas eingeschränkt (siehe § 34 BDSG-neu): Das Recht auf Auskunft der betroffenen Person besteht demnach u.a. dann nicht, wenn die Daten…

  • nur deshalb gespeichert sind, weil sie aufgrund gesetzlicher oder satzungsmäßiger Aufbewahrungsvorschriften nicht gelöscht werden dürfen (man denke hier an die steuerrechtlichen Aufbewahrungspflichten)

und

  • die Auskunftserteilung einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordern würde

und

  • eine Verarbeitung zu anderen Zwecken durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen ausgeschlossen ist.

Die Ablehnung der Auskunftserteilung muss das datenverarbeitende Unternehmen gegenüber der betroffenen Person grundsätzlich begründen.

Sie haben noch nicht angefangen? Bereiten Sie sich jetzt vor auf die DSGVO! Meine Kanzlei unterstützt Sie bei den notwendigen Maßnahmen. Schreiben Sie mir einfach eine E-Mail, wir nehmen dann Kontakt mit Ihnen auf: info@eventfaq.de

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Brille, Daten, Bildschirm: © zapp2photo - Fotolia.com