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Mit dem Berater gut beraten sein?

Mit dem Berater gut beraten sein?

Von Thomas Waetke 21. Oktober 2015

Ein US-Fernsehsender ist offenbar jahrelang einem Hochstapler auf den Leim gegangen: Da hatte einer doch behauptet, er habe jahrelang beim CIA gearbeitet, und ging damit als Terrorexperte durch, den der Sender auch ab und zu um seine Meinung gefragt hatte.

In Deutschland hat es auch schon seltsame Geschichten über falsche Anwälte, Ärzte oder Lehrer gegeben.

In einem Seminar vor wenigen Tagen ging es um das Thema Sicherheit auf Veranstaltungen, und ein Teilnehmer fragte mich, woran man denn einen guten Berater für Sicherheitskonzepte erkennen könne.

Daher hier mal eine Anregung von mir, welche Kriterien möglicherweise helfen könnten, wenn Betreiber, Veranstalter, Behördenvertreter und Dienstleister ihrerseits Unterstützung suchen. Man muss aber deutlich dazu sagen, dass diese Kriterien immer sehr subjektiv und sehr einzelfallbezogen sind, und es ist nicht leicht, „Blender“ zu entlarven. Ich berate auch Mandanten bei der Auswahl ihrer Dienstleister, und stelle dann einfach ein paar konkrete Fachfragen – oft genug palavert der Anbieter dann fröhlich darauf los, ohne jemals aber eine konkrete Antwort zu geben; von einem Berater, der von sich behauptet, er sei spezialisiert, kann ich aber erwarten, dass er gewisse Fragen auch konkret beantworten kann…?!

  • Der Berater/die Agentur/der Dienstleister hat einen vernünftigen Internetauftritt.
  • Bekanntheit des Namens: Ist der in Frage kommende Berater bei Kollegen schon bekannt? Findet man über ihn bspw. im Internet Einträge und Informationen (bestenfalls von verschiedenen Quellen; die Verbreitung auf verschiedene Internetportale sollte dabei nicht vom Berater selbst vorgenommen worden sein).
  • Der Berater stellt wichtige grundlegende Fragen vorab, und stürzt sich nicht gleich auf Details.
  • Der Berater stellt klare Regeln für die Zusammenarbeit auf, bzw. er sorgt für eine eindeutige Klärung der Frage, was er eigentlich genau tun soll.
  • Der Berater lästert nicht über Kollegen bzw. deren Arbeit, solange er die fremden Arbeiten nicht vollständig eingesehen und überprüft hat.
  • Der Berater erklärt auch mal, dass er eine Frage nicht beantworten könne (wer alles weiß, weiß nicht, dass man gar nicht alles wissen kann); behauptet der Berater aber bei allen Fragen, dass er diese erstmal prüfen müsse, so kann das auch auf Unsicherheit zurückzuführen sein – oder schlicht darauf, dass er Probleme aufbauschen möchte (meist dann, wenn er nach Zeitaufwand abrechnet).
  • Der Berater verwendet selbst gängige Fachbegriffe an den passenden Stellen, kann sie aber auch erklären.
  • Der Berater hält sich aus Themen raus, die ersichtlich nicht zu seinen Stärken gehören (können).
  • Das Vorgehen des Beraters erscheint logisch und strukturiert.
  • Der Berater rät auch mal von einer gewünschten Maßnahme als unnötig ab; oft fällt auf, dass jedes nur denkbare Detail als extrem wichtig angepriesen wird: Nicht alles, was möglich ist, ist auch notwendig.
  • Der Berater kennt die Besonderheiten der Branche des Auftraggebers, bzw. geht darauf ein bzw. ist bereit, diese sich zu erarbeiten.

Da fällt mir der bekannte Witz über (Unternehmens-)Berater ein…:

Ein Schäfer steht mutterseelenallein auf seiner Wiese und hütet seine Schafe. Plötzlich tauchte in einer großen Staubwolke ein nagelneuer SUV auf und hält direkt neben ihm. Der Fahrer des SUV, ein junger Mann im schicken Anzug, teuren Schuhen und stylischer Sonnenbrille steigt aus und fragt ihn: „Wenn ich errate, wie viele Schafe Sie haben, bekomme ich dann eines?“ Der Schäfer schaut den jungen Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe und sagt ruhig: „Einverstanden.“
Der junge Mann parkt den SUV, verbindet sein Notebook mit dem Satelliten-Handy, geht im Internet auf eine NASA-Seite, scannt die Gegend mit Hilfe seines GPS-Satelliten-Navigationssystems, öffnet eine Datenbank und 60 Excel-Tabellen mit einer Unmenge Formeln. Schließlich druckt er einen 150-seitigen Bericht auf einem High-Tech-Minidrucker aus, dreht sich zu dem Schäfer um und sagt: „Sie haben exakt 1586 Schafe.“
Der Schäfer sagt: „Das ist richtig, suchen Sie sich ein Schaf aus.“
Der junge Mann nimmt ein Tier und lädt es in den SUV ein.
Der Schäfer schaut ihm zu und sagt: „Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir das Schaf dann zurück?“
Der junge Mann antwortet: „Klar, warum nicht.“
Der Schäfer sagt: „Sie sind Unternehmensberater.“
„Das ist richtig, aber woher wissen Sie das“, will der junge Mann wissen.
„Sehr einfach“, sagt der Schäfer, „erstens kommen Sie hierher, obwohl Sie niemand gerufen hat; zweitens wollen Sie ein Schaf als Bezahlung haben dafür, dass Sie mir etwas sagen, was ich ohnehin schon weiß; und drittens haben Sie keine Ahnung von dem, was ich mache! So, und jetzt will ich meinen Schäferhund zurück.“

 

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