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Minijobber, Aushilfen und Teilzeitmitarbeiter

Minijobber, Aushilfen und Teilzeitmitarbeiter

Von Thomas Waetke 14. Oktober 2016

In vielen Betrieben arbeiten Aushilfen, Minijobber und Arbeitnehmer in Teilzeit. Was viele nicht wissen: Auch derjenige, der nicht in Vollzeit arbeitet, hat Ansprüche auf Urlaub. Die Rechte einer Aushilfe, eines Minijobbers oder eines Teilzeitmitarbeiters sind durchaus mit denen eines Vollzeitmitarbeitern vergleichbar, teilweise auch identisch.

Ich staune immer wieder, wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer in oftmals einhelliger Meinung glauben, der Minijobber arbeite weniger – daher habe er dann auch keinen Urlaub…

Neben den steuerrechtlichen Besonderheiten bei „Aushilfen“ gibt es auch eine wichtige Besonderheit mit Blick auf die Arbeitszeit: Die Arbeitszeit ist limitiert…

  • pro Woche auf 48, ausnahmsweise auf 60 Stunden, sowie
  • pro Tag auf 8, ausnahmsweise 10 Stunden (§ 3 ArbZG).

Die 48-Stunden-Wochenarbeitszeit ergibt sich aus § 3 Arbeitszeitgesetz: Das Gesetz regelt die „werktägliche“ Arbeitszeit und Arbeitszeiten an Sonn- und Feiertagen. Daher gilt auch der Samstag als Werktag, somit gibt es 6 Werktage Montag bis Samstag mit jeweils 8 Stunden = 48 Stunden, bzw. ausnahmsweise 6 Werktage mal 10 Stunden = 60 Wochenstunden. Dies ist aber nur zulässig, wenn wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Außerdem muss die Ruhezeit zwischen den Arbeitstagen beachten werden.

Beschäftigt nun bspw. ein Veranstalter eine Aushilfe bei einer Veranstaltung am Wochenende, muss sichergestellt sein, dass dieser Arbeitnehmer nicht nur…

  • seine maximal zulässige tägliche Arbeitszeit (10 Stunden),
  • sondern auch seine maximal zulässige wöchentliche Arbeitszeit (60 Stunden)…

nicht überschreitet. Würde die Aushilfe des Veranstalters aber unter der Woche bereits einem 48-Stunden-Job in einem anderen Betrieb nachgehen, darf der Veranstalter diese Aushilfe am Wochenende nur noch höchstens 12 Stunden beschäftigen – und eben nicht Samstag und Sonntag jeweils 8 bzw. 10 Stunden. Lässt der Veranstalter die Aushilfe am Wochenende an einem Tag 10 Stunden arbeiten, muss gewährleistet sein, dass es einen Ausgleich an einem anderen Tag auf 6 Stunden gibt.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Arbeitsschutz aktiv durchzusetzen. Im Zweifel müsste der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter auch er- bzw. sogar abmahnen, und konsequenterweise auch kündigen, wenn der Mitarbeiter in der Wochensumme die 48 Stunden übersteigt. Dann spielt auch keine Rolle, dass er am Wochenende „nur“ als Aushilfe tätig ist.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Sektempfang bei einer Hochzeit: © bilderstoeckchen - Fotolia.com