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aus dem Eventrecht

Miese Show gleich gar keine Show?

Von Thomas Waetke 6. Februar 2013

Es soll Leute geben, die machen beim Bachelor und beim Dschungelcamp mit, und wollen dann ihre Gesangskarriere auf der Bühne starten. So geschehen in München vor 2.000 Zuschauern: Die Teilnehmerin der beiden TV-Formate, Georgina, soll ihre Einsätze verschlafen, die Töne nicht getroffen und die Choreographie teilweise vergessen haben. Dementsprechend unschön kam der Auftritt dann auch bei den Zuschauern an.

Da drängt sich die Frage auf, ob der enttäuschte Zuschauer Ansprüche gegen den Veranstalter haben kann, wenn eine Show so schief läuft, dass man damit nur noch bei DSDS mitmachen kann.

Letztlich ist es davon abhängig, ob man den Besuchervertrag zwischen Veranstalter und Besucher als Werk- oder Dienstvertrag einstuft. Bei einem Werkvertrag, der hier regelmäßig gegeben sein dürfte, hätte der Besucher durchaus Gewährleistungs- ansprüche: Er könnte also den Eintrittspreis mindern (und vom Veranstalter die Differenz wieder herausverlangen).

Wenn man sogar zu dem Ergebnis käme, dass die Show derart miserabel war, dass man von einer vertraglichen Nichterfüllung durch den Veranstalter sprechen kann (soll heißen: miese Show = gar keine Show), dann könnte der Zuschauer auch den gesamten Eintrittspreis wieder zurückverlangen.

Diese Frage stellt sich dann auch im Verhältnis zwischen Künstler und Veranstalter: Hier spielt die Frage, ob es sich um einen Werk- oder Dienstvertrag handelt, eine bedeutender Rolle. So leicht ist die Frage aber gar nicht zu beantworten: Beim Dienstvertrag hat der Künstler eine Leistung versprochen, beim Werkvertrag einen Erfolg (wobei mit „Erfolg“ nicht die Begeisterung der Zuschauer gemeint ist, sondern das Gelingen der Show).

Im Dienstvertrag gibt es nämlich keine Gewährleistung, da gibt es nur schwarz und weiß: Vertrag erfüllt oder Vertrag nicht erfüllt.

Bei einem Werkvertrag könnte der Veranstalter die Gage mindern. Wäre die Leistung aber extrem schlecht, dann läge auch hier eine Nichterfüllung vor, so dass er gar keine Gage bezahlen müsste.

Unabhängig von der Frage nach der Gage könnte der Veranstalter gegen den Künstler sogar einen Schadenersatzanspruch haben, wenn der Künstler dem Veranstalter fahrlässig oder vorsätzlich einen Schaden zugefügt hat (z.B. weil der Veranstalter Eintrittsgelder zurückerstatten muss). Dann müsste der Künstler u.a. auch den entgangenen Gewinn des Veranstalters ersetzen.

Also: Immer schön üben, bevor es auf die Bühne geht.