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Messehostessen und Servicekräfte: Scheinselbständig?

Messehostessen und Servicekräfte: Scheinselbständig?

Von Thomas Waetke 29. Juli 2019

Zum Thema Scheinselbständigkeit schauen wir uns heute die Konstellation an, in der ein Veranstalter eine Eventagentur beauftragt und diese selbständigen Messehostessen sucht und dann auftragsgemäß zu den Veranstaltungen schickt.

Das Problem dabei:

Wenn die Messehostessen und Aushilfskräfte im Verhältnis zu ihrem Auftraggeber scheinselbständig sind, dann könnte es sich im Verhältnis zum Veranstalter auch um Scheinselbständigkeit oder um Arbeitnehmerüberlassung handeln.

Wenn aber…

  • Messehostessen und Aushilfskräfte den Zeitpunkt ihres Tätigwerdens grundsätzlich selbst bestimmen können
  • keine Verpflichtung besteht, Aufträge anzunehmen,
  • sie frei über ihre Arbeitskraft verfügen können,
  • eigene Arbeitskleidung getragen wird (es ist nicht schädlich, wenn der Auftraggeber Accessoires zur Verfügung stellt),
  • kein Mindesteinkommen garantiert, sondern die Vergütung von der tatsächlich erbrachten Leistung abhängig ist,

dann spricht viel dafür, dass die Messehostessen und Aushilfskräfte nicht scheinselbständig sind.

Eine häufig vorkommende Besonderheit:

Der Kunde gibt Wünsche zur Ausführung der Aufgaben vor. Daraus könnte nun auf den ersten Blick auf eine Weisungsgebundenheit schließen lassen. Hierzu hatte jüngst das Sozialgericht Frankfurt entschieden, dass das grundsätzlich unkritisch sei, da sie den projektbezogenen Einsatz prägen; insoweit hatte einmal das Bundessozialgericht schon für möglich erachtet, dass solche Vorgaben keine Weisungen im Sinne der Scheinselbständigkeit seien. Aber wie so oft: Es kommt auf den Einzelfall und auf die sog. Gesamtschau aller Umstände und Indizien an.

zu unserer Sonderseite Scheinselbständigkeit

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Maske abziehen/das wahre Gesicht zeigen: © Andrey Burmakin - Fotolia.com