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aus dem Eventrecht

Messebesucherin von Straßenbahn überfahren

Von Thomas Waetke 23. Januar 2012

Nach Ende der gestrigen Möbelmesse in Köln ist eine Besucherin von einer Straßenbahn überfahren worden, als sie den Weg vom Ausgang zum Parkplatz abkürzen wollte und über eine vierspurige Straße lief. Ihr Ehemann konnte sich noch mit einen Sprung zur Seite retten.

Zur Verfügung standen ein Shuttlebus und ein Fußweg, der allerdings einen etwas weiteren Weg bedeutet hätte.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Häufig stellt sich für den Veranstalter die Frage, wie weit sein Verantwortungsbereich geht. Im oben geschilderten Fall könnte man also fragen, ob der Messeveranstalter seine Verkehrssicherungspflichten dadurch verletzt haben könnte, dass er bspw. keinen Zaun aufgestellt hat, der das Abkürzen über die Straße hätte verhindern können.

Grundsätzlich sind auch die (insbesondere eigenen) Parkplatzanlagen vom Verantwortungsbereich umfasst (siehe unseren Beitrag Haftung des Veranstalters für Parkplatz und Gelände).

Allerdings gehen die Verkehrssicherungspflichten stets nur so weit, dass der Verantwortliche das Erforderliche und Zumutbare unternehmen muss, um einen Schaden zu verhindern. Dabei darf er von einem durchschnittlich besonnenen Besucher ausgehen.

Der Besucher darf nicht erwarten, vor jeglicher Gefahr geschützt zu werden. Je mehr sich die Gefahr dem Besucher aufdrängt und je mehr der Besucher die Gefahr selbst bewältigen kann, desto weniger ist der Veranstalter dafür verantwortlich.

So dürfte es auch im Fall der Kölner Messe sein: Die vierspurige Straße und die Straßenbahnlinie tauchten ja nicht überraschend auf, sie war für die Besucherin deutlich im Voraus als Gefahr erkennbar. Es war der Besucherin auch unschwer möglich, dieser Gefahr aus dem Weg zu gehen (Shuttlebus, Fußweg). Dement- sprechend hätte die Besucherin durch eigene Sorgfalt die Gefahr ausschließen können.