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aus dem Eventrecht

Massenschlägerei auf Cranger Kirmes

Von Thomas Waetke 12. August 2014

Auf der Cranger Kirmes in Herne (NRW) kam es am Sonntag Abend auf der Fläche eines Autoscooters zu einer Massenschlägerei unter 60 Beteiligten. Als die Polizei eingriff, solidarisierten sich offenbar die Schläger und griffen die Polizisten an, zwei Beamte wurden verletzt. Die Polizei ermittelt nun wegen Landfriedensbruch.

Die beiden Täter, die die Beamten verletzt hatten, konnten festgenommen werden. Im Strafrecht gibt es bei einer Schlägerei eine Ausnahme: Normalerweise muss einem Täter sein konkreter Tatbeitrag nachgewiesen werden. Wenn das nicht gelingt, muss er freigesprochen werden. Anders eben bei einer Schlägerei. Hier hat der Gesetzgeber erkannt, dass es naturgemäß schwierig ist, in einem Getümmel auszumachen, wer wen wann wohin geschlagen hat und durch welchen Schlag der Verletzte nun verletzt wurde.

Daher kann schon die Teilnahme an einer Schlägerei bestraft werden (§ 231 StGB). Wenn darüber hinaus aber einem Täter eine konkrete Handlung nachgewiesen werden kann (z.B. der Schlag mit der Eisenstange, der den Verletzten schwer verletzt hat), dann kann dieser Täter natürlich ganz normal bestraft werden (hier wegen gefährlicher Körperverletzung gemäß § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB).